10.02.2007

Patrick Owomoyela im Interview

„Ich bin noch lange nicht fertig“

Nicht wenige sagen, Patrick Owomoyela sei der größte Verlierer der letzten Monate. Erst wurde er nicht für die WM nominiert, dann büßte er seinen Stammplatz bei Werder ein. Mit 11freunde.de sprach er über die schwierigste Phase seiner Karriere.

Interview: Dirk Gieselmann Bild: Imago


Als Sie von der Arminia zu Werder wechselten, begründeten Sie die Entscheidung mit dem Wunsch, unbedingt international spielen zu wollen. In dieser Saison kamen Sie auf zwei Minuten Einsatzzeit gegen Barcelona. „Mittendrin und doch nicht dabei“ – Das muss doch eine Qual sein.

Letztes Jahr habe ich noch alle Champions-League-Partien bestritten und die meisten Spiele für Werder überhaupt gemacht. Aber dieses letzte halbe Jahr, beginnend mit der Nichtnominierung für die WM, war sicherlich kein gutes.

Ist diese Phase Ihrer Karriere, alles zusammengenommen, eine größere Prüfung für Sie als es ein WM-Turnier hätte sein können?

Bestimmt sind extrem negative Erfahrungen eine größere Prüfung als extrem positive. Sie bringen einen Menschen viel weiter. Das letzte halbe Jahr ist für mich genau das gewesen. Ich habe daraus Schlüsse gezogen und viel gelernt. Jetzt will ich einfach nur gesund werden, um das auch umsetzen zu können.

Was tun Thomas Schaaf und Wolfgang Rolff, um Sie wieder an die Mannschaft heranzuführen?

Ehrlich gesagt, habe ich im Moment keinen so engen Kontakt zu den Herren. Ich mache mein Reha-Programm und stehe also nicht direkt unter ihrem Einfluss. Wie sie reagieren, wenn ich wieder voll ins Mannschaftstraining einsteige, das weiß ich nicht.

Haben Sie manchmal ungute Gefühle gegenüber ihrem direkten Konkurrenten bei Werder und auch in der Nationalelf, Clemens Fritz?

Nein. Ich habe meine eigenen Probleme noch nie auf eine andere Person projiziert. Der Clemens ist ein guter Typ, wir unternehmen auch privat viel miteinander und verstehen uns super. Trotzdem muss ich zugeben: Wenn man fit ist und mitten in der Konkurrenz steht, dann kommt sicherlich unterbewusst die Hoffnung auf, dass der Konkurrent mal ein schlechtes Spiel macht. Aber ich wünsche dem Team und besonders Clemens nichts Böses. Ich will es durch meine eigene Leistung packen.

Werder spielte in der Hinrunde überragend. Könnte es sein, dass Ihre Kollegen Ihnen langsam aber sicher die über den Kopf wachsen?

Nein, auf keinen Fall. Ich habe mich unheimlich darüber gefreut, wie gut wir gespielt haben. Es ist einfach klasse zu sehen, wie sich diese Mannschaft entwickelt. Aber gerade zu Beginn der Rückrunde ist die Entwicklung ein wenig ins Stocken geraten. Ich glaube, da steckt noch viel, viel mehr drin.

Werden Sie Werder noch helfen können, Deutscher Meister zu werden?

Ich gehe schwer davon aus. Ich hoffe, dass ich zeitnah wieder ins Mannschaftstraining einsteigen kann, und ich weiß, dass ich relativ schnell die körperlichen Rückstände aufholen kann. Bis zum Mai werde ich wieder aktiv mitmischen.



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