Paolo Guerrero über die Copa America und den HSV

»Lust auf Tapetenwechsel«

Uruguay ist zwar Südamerikameister, für viele stellt aber Peru den besten Spieler der diesjährigen Copa America: Paolo Guerrero. Wir sprachen mit dem HSV-Profi über Erfolgshunger, die Rückkehr von Claudio Pizarro und ein Angebot von Atletico Madrid. Paolo Guerrero über die Copa America und den HSV

Das Spiel um Platz drei bei der Copa América glich einem kleinen Bundesliga-Gipfel. Mit Paolo Guerrero und Tomás Rincón (beide Hamburger SV) sowie Juan Arango (Borussia Mönchengladbach) standen am vergangenen Samstag gleich drei Akteure auf dem Rasen des Estadio Ciudad de La Plata, die ihr Geld in Deutschlands Eliteklasse verdienen.

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Nach dem Schlusspfiff hatte aber nur Guerrero Grund zur Freude. In den Katakomben von Argentiniens modernster Arena berichtete der Peruaner stolz über seine drei Tore beim 4:1 (1:0)-Sieg gegen Venezuela.

Wenige Meter daneben trauerte Gladbach-Star Arango der verpassten Chance hinterher, bei der Südamerikameisterschaft eine noch bessere Platzierung zu erreichen. Über seinen kurz nach der Einwechslung erzielten Treffer zum zwischenzeitlichen 1:2 (78.) konnte sich der 31 Jahre alte Mittelfeldakteur nicht freuen. In Unterzahl hatte sich Peru letztlich als zu harter Brocken herausgestellt. Zuvor war Rincón in der 60. Minute mit der Roten Karte des Feldes verwiesen worden. Kurios: Das gleiche Malheur war dem übereifrigen Hamburger bereits im Viertelfinale beim 2:1 gegen Chile passiert.

Ganz anders dagegen die Gefühlslage bei Guerrero. Während seine Mitspieler schon längst bei laufendem Motor im abfahrtbereiten Mannschaftsbus warteten, sprach der Torshcützenkönig der diesjährigen Copa América entspannt über den fulminanten Abschluss eines aus Perus Sicht bemerkenswerten Turniers.

Paolo Guerrero, für viele sind Sie der herausragende Spieler dieser Copa América. Was bedeutet Ihnen das?

Paolo Guerrero: Es freut mich natürlich, dass meine Leistung anerkannt wird. Ich genieße das alles still für mich und bleibe auf dem Boden. Als Stürmer ist es meine Aufgabe, möglichst viele Tore zu schießen. An manchen Tagen klappt es besser als an anderen. Heute sind mir gleich drei Treffer gelungen, Das macht mich natürlich unheimlich froh. In erster Linie bin ich aber stolz auf meine Mannschaft.

Der Teamgeist als Schlüssel zum Erfolg?

Paolo Guerrero: Ganz genau. Uns zeichnet großer Teamgeist aus. Nur gemeinsam konnten wir so weit kommen. Es sind viele junge Spieler dabei, die außer Talent großen Erfolgshunger besitzen.

Nur wenige hatten Peru vor der Copa auf dem Zettel.

Paolo Guerrero: Das stimmt. Doch auch nach den verletzungsbedingten Ausfällen von Pizarro und Farfán war ich davon überzeugt, dass wir eine gute Rolle spielen würden, Wir sind nach Argentinien gereist, um möglichst bis zum Schluss dabei zu sein. Das haben wir geschafft.

Wie geht es jetzt weiter?

Paolo Guerrero: Wichtig ist vor allem, den positiven Trend zu bestätigen. Nach dem letzten Platz in der WM-Qualifikation für Südafrika haben wir Peru ein neues Gesicht gegeben. Es hat sich viel verändert. Nun wollen wir uns unbedingt für die Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien qualifizieren. Sonst wäre das gute Abschneiden bei der Copa nicht viel wert.

In Kürze werden dann auch wieder die Bundesliga-Legionäre Pizarro und Farfán mit dabei sein. Wird Peru dadurch noch stärker?

Paolo Guerrero: Das denke ich schon. Beide sind für uns unglaublich wichtig. Ich hoffe, dass sie sich so schnell wie möglich von ihren Verletzungen erholen und wieder mit dabei sind. Dann können wir ein noch stärkeres Team bilden.

Was war gegen Venezuela der Schlüssel zum Erfolg?

Paolo Guerrero: Als es darauf ankam, haben wir unsere Chancen eiskalt genutzt. Wir sind sehr stolz auf das, was wir bei der Copa erreicht haben. Vielleicht wäre sogar noch etwas mehr drin gewesen. Aber mit Platz drei können wir zufrieden nach Hause fahren.

Trotz Unterzahl konnte Venezuela auf 1:2 verkürzen und hatte anschließend sogar die große Chance zum Ausgleich. Haben Sie sich schon zu sicher gefühlt?

Paolo Guerrero: Wir haben nie daran geglaubt, dass Venezuela das Spiel noch einmal drehen könnte. Auch nach dem Anschlusstreffer und der Riesenchance zum Ausgleich. Für einen Moment haben wir nicht aufgepasst. Das war ein Weckruf. Anschließend haben wir wieder einen Gang höher geschaltet und für die Entscheidung gesorgt.

Nach der starken Copa haben Sie sich ins Blickfeld vieler Vereine gespielt. Unter anderem soll Atlético Madrid großes Interesse zeigen. Reizvoll?

Paolo Guerrero: Noch läuft mein Vertrag in Hamburg. Aber wir alle haben doch manchmal Lust auf einen Tapetenwechsel…

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