30.04.2008

Pablo Thiam im Interview

»Ich war keine Eintagsfliege«

Nach 17 Jahren Fußball beendet Wolfsburgs Pablo Thiam im Sommer seine Karriere. Zeit, zurück- und vorauszublicken. Wir sprachen mit ihm über seine Zukunft als Magaths Assistent, seinen härtesten Gegner und das, was übrig bleibt.

Interview: Gereon Detmer Bild: Imago
Herr Thiam, Sie beenden zum Saisonende Ihre Karriere und steigen in das Management beim VfL Wolfsburg ein. Bedauern Sie das Ende Ihrer aktiven fußballerischen Laufbahn?

Nein, irgendwann muss man ja aufhören. Entscheidend ist der Zeitpunkt. Für mich hat sich, was die Zukunft anbetrifft, einfach eine neue Perspektive aufgetan. Natürlich denke ich ab und an, dass ich gerne noch weiter spielen würde. Aber diese Perspektive für die Zukunft ist so wichtig für mich, dass ich nicht darüber nachdenken muss, ob es die richtige Entscheidung ist.



Was werden Sie vermissen?


Vermissen werde ich das zumeist unbeschwerte Leben, das man als Fußballprofi führt. Man kommt zum Training, hat Spaß mit den Jungs, trainiert gut und bereitet sich auf das nächste Spiel vor. Diese Zeit lernt man dann erst schätzen, wenn sie vorbei ist.

Als Profi-Fußballer steht man doch ständig unter Druck. Ist das nicht eine Last, die jetzt von Ihnen abfällt?

Nein. Es sind der Spaß und die Freude am Spiel, die mich dazu getrieben haben, mit dem Fußball anzufangen. Natürlich gibt es auch Druck, aber der ist während des Spiels weg, wenn man gewonnen hat sowieso. Im Rückblick denkt man eigentlich nur an die Spiele, nicht an den Druck, den man während seiner Laufbahn hatte.

Sie werden als Assistent von Felix Magath arbeiten. Was genau ist Ihre Aufgabe?

Ich werde Felix Magath in seiner Tätigkeit als Sportdirektor unterstützen und versuchen, ein Bindeglied zwischen ihm als Trainer und der Mannschaft zu sein. Felix Magath hat drei Ämter und kann nicht immer an drei Orten gleichzeitig sein, so dass ich ihn bei verschiedenen Terminen vertreten werde. Darüber hinaus kümmere ich mich auch um die U23 des VfL Wolfsburg, wo ich als eine Art Sportdirektor fungieren werde. Das bedeutet: ich versuche zusammen mit den verantwortlichen Trainern Petar Houbtchev (Trainer der U23, Anm. d. Red.) und Felix Magath, eine Mannschaft für nächstes Jahr zusammen zu stellen.

Werden Sie sich auf Ihre Aufgabe speziell vorbereiten?


Ich habe bereits den einen oder anderen Termin wahrgenommen. Um die U23 kümmere ich mich jetzt auch schon zum Teil. Ich werde also nicht komplett unvorbereitet in diese Tätigkeit hineingehen, aber es wird natürlich schon eine große Umstellung sein.

Zunächst bleiben Sie dem Fußballgeschäft also erhalten. Könnten Sie sich auch eine Tätigkeit in einem völlig anderen Bereich vorstellen?

Momentan kann ich mir nicht vorstellen, etwas außerhalb des Fußballs zu machen. Ich bin seit 17 Jahren, seit meinem Abitur, Profi-Fußballer. Meine ganze Lebenserfahrung habe ich im Fußball gesammelt. Deswegen bin ich relativ sicher auf diesem Terrain, obwohl ich noch viel lernen muss. Wenn ich vor hätte, was anderes zu machen, müsste ich wieder bei Null anfangen. Deswegen ist es doch das Sinnvollste, im Fußball zu bleiben.

Könnten Sie sich vorstellen, als Trainer zu arbeiten?


Leute, die mich sehr gut kennen, sagen, dass es mir nicht liegen würde, als Trainer zu arbeiten. Das, was ich jetzt machen werde, sei genau das Richtige für mich. Diesen Leuten würde ich mal Recht geben.

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