17.08.2008

Orlando Engelaar im Interview

»Ich war krank nach Fußball«

Orlando Engelaar erinnert sich kaum mehr an Schalkes letzte Meisterschaft. Der holländische Neuzugang über diesjährige Titelambitionen, Probleme mit seiner Größe und ein besonderes Lob eines Kollegen.

Interview: Stefan Hermanns und Jörg Strohschein Bild: Imago
Orlando Engelaar im Interview
Herr Engelaar, ist Ihnen aufgefallen, dass Sie ganz besondere Augen haben?

Besondere Augen? Wieso?

Clarence Seedorf hat über Sie gesagt: »Guck dir seine Augen an! Er ist ein Sieger!«

Unglaublich, oder? Seedorf ist einer der erfolgreichsten Fußballer der Welt. Wenn so ein Spieler das über dich sagt, ist das wirklich schön.

Hat Seedorf Recht? Das Besondere ist: Er hat es gesagt, da hatte er Sie noch nie Fußball spielen sehen.

Das stimmt, er kannte mich gar nicht. Vielleicht hat er besonders gute Augen.



Sind Sie hungrig nach Erfolg?

Sehr. Deshalb bin ich nach Deutschland, zu Schalke 04 gekommen. Nach der EM gab es mehrere Vereine, die an mir interessiert waren. Mit Schalke habe ich eine reelle Chance, Meister zu werden und in der Champions League zu spielen.

Ist Schalke das Höchste, das Sie sich vorstellen können?

Das Höchste sind Vereine wie Barcelona, Real Madrid, Manchester United. Da wollen eigentlich alle Fußballer in ihrer Karriere mal spielen. Das ist doch normal.

Mit fast 29 Jahren ist es normalerweise schon zu spät

Ja, ich bin ein bisschen zu spät dran. Aber das ist kein Problem. Millionen Spieler wollen für Schalke spielen – ich spiele für Schalke. Wenn ich hier meine Karriere beende, werde ich sicher nicht böse sein.

Wissen Sie eigentlich, was 1958 war?

1958? Nein.

Da war Schalke zum letzten Mal Meister.

Oh, das ist lange her. Zu lange. Ich hoffe, das ändert sich bald.

Karl-Heinz Rummenigge sieht in den Schalkern in dieser Saison den ärgsten Konkurrenten für seine Bayern.

Das wäre schön. Ich habe mit einigen Spielern darüber gesprochen, sie haben mir gesagt: Die Bayern sind uns immer einen Schritt voraus, aber in diesem Sommer sind wir mit Sicherheit nicht schwächer geworden, wir haben keine Spieler abgegeben, und es sind zwei dazugekommen.

Einer davon sind Sie. Ist es nicht zu viel erwartet, dass Sie den Chef im Mittelfeld spielen sollen?

Ich sehe mich nicht als Chef. Ich will der Mannschaft helfen. Ich will viele Ballkontakte haben. Die Leute sollen merken: Ich bin auf dem Platz.

Gibt es in der Mannschaft Eifersüchteleien wegen Ihrer Rolle?

Davon habe ich nichts gespürt. Die Jungs sind alle sehr nett, sie helfen mir. Natürlich gibt es bei uns im Mittelfeld große Konkurrenz, jeder will spielen, aber niemand will, dass ich nicht spiele.

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