Oliver Reck über seine erste Niederlage in Saarbrücken

»Ich habe viel Lehrgeld gezahlt«

Oliver Reck über seine erste Niederlage in Saarbrücken

Oliver Reck, Sie haben in ihrer ersten Saison als Nummer eins in Offenbach das Spiel gegen Saarbrücken mit 0:5 verloren. War der Spielverlauf an jenem 10.11.1984 wirklich so deutlich, wie das Ergebnis ahnen lässt?

Ich weiß noch, dass wir in der Anfangsphase zwei Möglichkeiten hatten, die wir nicht genutzt haben. Als wir dann nach einer halben Stunde auf einmal null zu zwei hinten lagen, sind wir nur noch hinterher gelaufen. Danach war es für Saarbrücken relativ einfach, das Spiel deutlich zu gewinnen.

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Sie waren damals 19 Jahre alt und wollten beweisen, dass Sie zu Recht die Nummer eins bei Offenbach sind.

Ich habe in dieser Saison als ganz junger Torwart meine ersten richtigen Erfahrungen im Profifußball gesammelt. Einige wenige Spiele hatte ich in der Saison zuvor schon in der ersten Liga machen können. Zu der Zeit war ich gerade dabei, konstant in einem Verein zu spielen. Daher war dieses Spiel natürlich hart. In meinem ersten Jahr musste ich noch ziemlich viel Lehrgeld bezahlen.

Wie haben Sie die Niederlage weggesteckt?

Als Sportler muss man immer wieder mit Rückschlägen rechnen. In meinem Alter haben damals noch nicht viele als Stammtorhüter gespielt. Von daher habe ich das Spiel als wichtige Erfahrung hingenommen. Ich denke, dass ich aus diesem Spiel gelernt habe, mit harten Niederlagen umzugehen. Auch dank unseres Trainers Fritz Fuchs.

Wie hat er Ihnen geholfen?

Er hat uns deutlich klar gemacht, dass es nur ein Spiel ist, das wir verloren haben. Egal wie hoch. Statt uns zusammenzuschreien hat er uns darauf heiß gemacht, im nächsten Spiel wieder alles gut zu machen.

Letztendlich ist Offenbach aber ein weiteres Mal abgestiegen.

Das hat aber bestimmt nicht nur an mir gelegen. Als einer der Absteiger aus der ersten Liga waren wir eigentlich Mitfavorit in Liga zwei. Allerdings wurden wichtige Spieler vor der Saison verkauft. Wir hatten insgesamt eine sehr junge Mannschaft, die von der Erfahrung her noch nicht richtig mithalten konnte.

Sascha Jusufi hat in jenem Spiel zwei Tore gegen Sie gemacht. Haben Sie nach dem Spiel mit ihm gesprochen?

Nein, aber das Lustige ist, dass ich einige Jahre später mit Werder Bremen wieder gegen ihn gespielt habe und wir uns noch von dem Spiel kannten. Einmal hat er uns auch noch mit einem Tor die Meisterschaft versaut. Da sieht man mal, dass man im Fußball seine wahren Gegner häufig erst nach vielen Spielen kennenlernt.

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