Gibt es vielleicht auch Verbände, die sich mit Ihnen solidarisieren? Oder ist jetzt mit Klagen aus allen Regionen zu rechnen? Es gibt weder Solidarisierungsbekundungen, noch ist mir bekannt, dass jetzt auch andere gegen uns vor Gericht ziehen. Für uns ist nur eins klar: wenn wir nicht in Revision gehen können, dann kann es auch mit »Hartplatzhelden« nicht weitergehen.
Ist das Urteil gegen »Hartplatzhelden« als ein Angriff auf den Amateurfußball zu bewerten? Das Urteil untermauert den Herrschaftsanspruch des DFB. Der Verband ist der Meinung, dass ihm der Fußball gehört und eben nicht denjenigen, die ihn spielen oder dabei zu sehen. Das halte ich für fatal, denn der Amateurfußball ist Hobbyfußball. Bei uns geht es um die Kreisliga. Das darf nicht in den Händen der Verbände liegen, die sich doch sonst auch nur wenige Gedanken über die kleinen Verein machen. Erst legen sie, gegen den Willen der Vereine, einen amateurfeindlichen Bundesligaspieltag vor und jetzt melden sie Besitzansprüche am Sport an. Das ist mehr als bedenklich.
Welche Auswirkungen kann das Urteil außerdem haben? Ich frage mich warum viele Lokalzeitungen immer noch die Füße still halten. Spätestens in fünf Jahren wird keine Zeitung mehr ohne Bewegtbilder aus dem Amateursport auskommen. Sollten wir den Prozess nicht gewinnen, bekommen die Verbände die Möglichkeit, Lizenzen für diese Bewegtbilder zu verlangen. Das könnte sehr teuer werden und damit automatisch einen wertvollen Berichterstattungsgegenstand vieler Zeitungen gefährden.
Sie haben mit Marco Bode, Günther Jauch, Marcel Reif und vielen anderen, immer wieder bekannte Juroren für »Hartplatzhelden« gewinnen können. Erfahren Sie Solidarität von dieser Seite? Wir wollen diese Personen da raushalten. Wenn jemand der Meinung ist, er müsse sich mit uns solidarisieren, dann freuen wir uns natürlich. Aber wir möchten niemanden für unsere Idee instrumentalisieren. Ich weiß allerdings, dass der DFB in der Vergangenheit einigen Jurymitgliedern nahe gelegt hat, nicht bei uns mitzumachen.
Wie geht es jetzt weiter mit Ihnen und den »Hartplatzhelden«? Wir können momentan nur abwarten. Ab dem Zeitpunkt, wo uns das Urteil des Oberlandesgerichtes vorliegt, haben wir vier Wochen, um Revision einzulegen. Das erhöht den Druck auf uns. Ich kann nicht abschätzen, ob wir überhaupt die Möglichkeit bekommen, den nächsten Schritt vor Gericht zu gehen. Wir müssen also auf fremde Hilfe hoffen. Das ist kein schönes Gefühl.