Olaf Thon über Schalkes 6:6 gegen den FC Bayern

»Ich war wie eine Schlange«

»Das ist die Entscheidung«, japste ZDF-Reporter Figgemeier. In der 118. Minute des epochalen Pokalspiels Schalke-Bayern hatte Dieter Hoeneß zum 6:5 getroffen. Doch Figgemeier irrte zum dritten Mal. Olaf Thon erinnert sich an den 2. Mai 1984.

Olaf Thon, haben Sie Rolf Töpperwien verziehen?
Wieso?

Nach dem Spiel stellte Töpperwien Sie vor laufenden Kameras als Bayern-Fan bloß.
(lacht) Ach, darauf wollen Sie hinaus. Ja, das stimmt. Töpperwien hatte irgendwie herausgefunden, dass ich als kleiner Junge in rot-weißer Bayern-Bettwäsche schlief – obwohl das eigentlich nur meine Eltern wussten. Natürlich sprach er mich drauf an, eine bessere Gelegenheit hätte es ja kaum geben können.

Gab es Schelte der S04-Fans?
Nicht an diesem Abend, ich schoss ja drei Tore im Spiel. Aber später durfte ich mir gelegentlich den einen oder anderen Spruch anhören. Doch damit muss man als Profi umgehen können – und dazu muss man dann auch stehen.

Wie wird man in Gelsenkirchen überhaupt zum Bayern-Fan?
Ich war sechs Jahre alt und liebte Gerd Müller. So einfach war das. Ich liebte offensiven Fußball, ich liebte Tore, große Spiele und dramatische Wendungen. Und Gerd Müller war in solchen Spielen stets mittendrin, meist als Matchwinner. Spätestens nach dem WM-Finale von 1974, in dem Gerd Müller das Siegtor gegen die Niederlande schoss, war dann klar: Gerd Müller ist mein Held und der FC Bayern mein Club – vorerst.

Schalke hatte doch auch großartige Stürmer.
Das stimmt. Klaus Fischer zum Beispiel. Der sitzt heute bei Heimspielen ein paar Plätze neben mir und weiß, dass er meine Nummer 2 ist. Auf Gerd Müller lasse ich aber auch heute noch nichts kommen. (lacht)

1988, vier Jahre nach diesem legendären 6:6-Spiel, wechselten Sie zum FC Bayern. Ging damals für Sie ein Traum in Erfüllung?
Zu der Zeit tendierte ich eher zu einem Wechsel ins Ausland. Mailand oder Madrid – um es mit Möller zu sagen: Hauptsache Italien. (lacht) Mir lagen Angebote aus Genua und von Atlético Madrid vor. Und ein lang gehegter Traum von mir war es, eines Tages für den AC Mailand zu spielen.

Waren Sie nicht glücklich über den Wechsel nach München?
Doch, natürlich. Gerade wenn man bedenkt, dass es in meiner Kindheit genau zwei Vereine gab, für die ich schwärmte: Schalke 04 und den FC Bayern. Wer kann heute schon sagen, dass er für die Vereine spielt, von denen er seit jeher Fan ist? Ich habe sechs Saisons in München gespielt und wurde in dieser Zeit dreimal Deutscher Meister. Es wurden sehr schöne Jahre, genauso schön, wie Uli Hoeneß es mir in unserem ersten Gespräch versprach.

Der damalige Bayern-Coach Udo Lattek hätte Sie am liebsten direkt nach dem Pokal-Halbfinale verpflichtet. Kam er nach dem Spiel zu Ihnen?
Nein. Ich war aber auch schwer auffindbar, denn die Fans ließen mich nicht mehr von ihren Schultern. Ich drehte fast eine Stunde lang Ehrenrunden im Parkstadion. Die Bayern-Spieler standen derweil konsterniert und ratlos an der Linie oder verschwanden in den Katakomben. Und Udo Lattek gab ein Interview und sagte in etwa: »Für den Jungen würde ich sofort zehn Millionen Mark hinlegen.« Als ich 1988 nach München ging, bezahlten sie nur vier Millionen. Ich war also ein richtiges Schnäppchen. (lacht)

Glauben Sie Ihre Karriere wäre ohne dieses 6:6 im DFB-Pokal-Halbfinale am 2. Mai 1984 anders verlaufen?
Nein. Ich glaube, dass ein guter Spieler sich über kurz oder lang immer durchsetzen wird. Schauen Sie sich einen Messi oder einen Diego an. Auch wenn Diego mal einige Spiele nicht glänzt oder in der Vergangenheit bei Porto nicht immer spielte, hat er sich durchgesetzt. Er hat nie aufgegeben, und das zeichnet einen wirklich guten Spieler aus. Genauso verhält es sich mit den Weltmeistern von 1990: Matthäus, Littbarski, Häßler, Möller. Die wurden nicht nervös vor großen Spielen. Die machten sich keine Gedanken, gegen wen sie gerade spielen. Die waren schon in jungen Jahren so gefestigt, dass kommen konnte, was wollte.

Sie begreifen dieses 6:6 gegen den FC Bayern nicht als Schlüsselspiel Ihrer Karriere?
Doch, eigentlich schon. Es gab zwei Spiele, die immens wichtig für mich waren. Zum einen das Ligaspiel gegen Hertha BSC, das wir 3:2 gewannen. Zum anderen das Halbfinale gegen die Bayern. In beiden Spielen, die nur wenige Monate auseinander lagen, schoss ich drei Tore. Da sah auch der letzte Zweifler: Das war kein Glück, kein Zufall. Die Leute konnten sich sicher sein: Der Junge kann was, da steckt wirklich was dahinter, das ist kein ewiges Talent. Ich denke, dass diese beiden Spielen letztlich auch Franz Beckenbauer dazu bewogen haben, mich kurze Zeit später in die Nationalmannschaft zu berufen.

Was ist Ihnen von diesem Spiel heute noch ganz klar vor Augen?
Besonders gerne erinnere ich mich daran, dass ich mit links, mit rechts und mit dem Kopf ein Tor erzielte. Und an das finale Tor zum 6:6 – da kann man ja Bücher drüber schreiben. Als wir in die Verlängerung gingen, stand es 4:4. In der ersten Halbzeit fiel kein Tor, erst in der 112. Minute dann das 4:5 durch Dieter Hoeneß. Wir glichen drei Minuten später zum wiederholten Male aus – Bernard Dietz war der Torschütze. In der 118. Minute stocherte Dieter Hoeneß den Ball nach einem Junghans-Fehler über die Linie. Ich weiß nicht wie oft der Fernsehreporter bis dahin von einer endgültigen Entscheidung gesprochen hatte. Dann schenkte uns der Schiedsrichter ein paar Minuten Nachspielzeit. Wir starteten den letzten Angriff des Spiels, ich bekam den Ball und hämmerte ihn über Jean-Marie Pfaff ins Netz. Dieses letzte Tor wird immer in meiner Erinnerung sein. Wenn heute jemand ankommt und zu mir sagt »6:6«, dann macht es sofort klick, und ich habe wieder dieses Tor und die Sekunden danach im Kopf, als sich alle auf mich stürzten und ich unter ihnen begraben wurde.

Sie müssen am Ende Ihrer Kräfte gewesen sein.
Das Spiel entwickelte irgendwann eine Dynamik, in der man im Grunde gar nicht mehr überlegte, ob man müde ist. Es lief alles wie ein Film, wie in Trance. Und wenn man dann noch gegen die alten Helden, gegen Rummenigge, gegen Pfaff oder Lerby spielt, dann laufen die Beine wie von selbst. In diesem Spiel konnte ich einfach nicht müde werden.

Sie spielten als hängende Spitze. Wissen Sie noch, wer Ihr Gegenspieler war?
Ich glaube, das war Bertram Beierlorzer. Der träumt vermutlich noch heute von dem Spiel. Und vor allem von mir. Mich konnte man an diesem Abend einfach nicht zu fassen bekommen. Ich war wie eine Schlange.

Schalke 04 ging als krasser Außenseiter ins Spiel. Sie waren zwar fast aufgestiegen, aber zum Zeitpunkt des Spiels noch Zweitligist. Woher nahm die Schalker Mannschaft an diesem Abend ihr Selbstbewusstsein?
Wir waren von uns überzeugt. Und wir haben nicht darüber nachgedacht, dass der Gegner der große FC Bayern war. Hinzu kam, dass wir zu Hause mit 70.000 Fans im Rücken spielten.

Nach zwölf Minuten stand es aber schon 0:2. Normalerweise bricht ein Zweitligist gegen so ein Starensemble spätestens dann ein.
Das stimmt. Ich dachte auch kurz: Das gibt eine richtige Packung. Aber wir machten schnell den Anschluss und egalisierten innerhalb von sieben Minuten. Und ab da war ich mir sicher: Die Bayern sind heute nicht unbesiegbar. Wir hatten ja auch eine tolle Mannschaft: Bernard Dietz, Klaus Täuber, Thomas Kruse, Klaus Berge und wie sie alle hießen. Wir hatten die individuelle Klasse, um mit Erstligamannschaften mitzuhalten. Und wir wussten: Wenn wir alle Energie und Kraft bündeln, sind wir in der Lage eine Spitzenmannschaft zu schlagen.

Hatten Sie das Gefühl, dass die Bayern-Stars nach dem 2:0 überheblich oder fahrlässig wurden?
Durchaus. Die Bayern zogen sich zurück, schalteten die bekannten Gänge herunter, wahrscheinlich dachten sie, dass sie die verbleibenden 78 Minuten auf Konter spielen können. Doch nachdem wir das 2:2 geschossen hatten, entwickelte sich ein absolut zwangloses Spiel, ein Spiel dessen Handlung ständig einen neuen Verlauf nahm.

Haben Sie nach Ihrem Tor zum 2:2-Ausgleich in die Gesichter der Bayern-Spieler geschaut?
Natürlich – sorgenvolle Blicke überall. Und auch wenn Rummenigge vor der Pause die Bayern wieder mit 3:2 in Führung schoss, war ich mir sicher: Die haben richtig Schiss, die sitzen nun in der Kabine und denen schlottern die Knie. Ich kenne das ja aus eigener Erfahrung: Du merkst es als Spieler recht schnell, wenn die Dinge partout nicht so laufen, wie du es dir vorstellst und wenn beim Gegenspieler scheinbar jeder Schuss sitzt, jedes Dribbling passt, jeder Pass ankommt.

Innerhalb von wenigen Minuten drehten Sie ein verloren geglaubtes Spiel. Begriffen Sie in Halbzeitpause, was da gerade auf dem Feld passiert war?
Ja. Und wir glaubten daran, dass heute alles passieren kann. Wir hörten die 70.000 Leute draußen auf den Rängen, und wussten natürlich, dass die für uns schrieen. Wir hatten plötzlich so ein Gefühl, dass wir an diesem Tag unschlagbar seien, dass uns selbst ein 2:4 oder 2:5-Rückstand nicht umgeworfen hätte. Meine Motto damals war – wie übrigens heute noch: Nie aufgeben! Und mit dieser Einstellung kamen wir zurück ins Spiel. Zwischenzeitlich gingen wir sogar mit 4:3 in Führung.

Hatten Sie das Gefühl, dass die Mannschaften, je länger das Spiel dauerte, die taktischen Anweisungen der Trainer über Bord warfen?
Das Spiel war durchaus von einer gewissen Taktik geprägt – Taktik heißt ja nicht per se, dass man auf Ergebnishalten spielt oder sich in der Defensive verschanzt. Die Taktik der Teams war im Grunde die Idee des Fußballs: Tore schießen.

Das andere DFB-Pokal-Halbfinale zwischen Gladbach und Bremen endete 5:4 nach Verlängerung. Sind solche Ergebnisse heute überhaupt noch denkbar?
Natürlich stehen die Abwehrreihen heute viel kompakter und dichter. Das Spiel hat sich mehr in die Defensive verlagert. Doch auch heute sind solche Spiele möglich: Ich erinnere nur an die Begegnung Schalke gegen Leverkusen, das 7:4 endete und gerade mal zwei Jahre her ist. Es geht immer mehr, es geht immer weiter. Auch wird irgendwann wieder jemand über 8,90 Meter springen. Und genau dieser Gedanke treibt uns Sportler, uns Fußballer und auch uns Menschen an.

Hätte dieses Spiel überhaupt einen Sieger verdient gehabt?
Eigentlich nicht. Doch ich glaube, wenn es ein Elfmeterschießen oder eine Verlängerung gegeben hätte, wären wir als Gewinner vom Platz gegangen. Ich fand es damals ziemlich frustrierend, dass es an diesem Abend keine Entscheidung geben konnte.

Das Wiederholungsspiel verlor Schalke in München mit 2:3. Hätten Sie im Nachhinein das erste Spiel lieber 1:0 gewonnen oder ist Ihnen die Erfahrung dieses epochalen Spiels wichtiger gewesen?
Es war mir damals schon bewusst, dass dieses Spiel, so wie es letztlich gelaufen ist, viel bedeutender sein wird – für die Mannschaft und auch für mich persönlich –, als wenn wir gewonnen hätten. Deswegen hätte ich die Erfahrung dieses 6:6-Spiels nie gegen einen schnöden 1:0-Sieg eingetauscht.

Auch wenn Sie vielleicht den DFB-Pokal gewonnen hätten?
Und was wäre gewesen, wenn wir dann im Finale verloren hätten? Ich mag solche Gedankenspiele nicht. Das ist alles rein hypothetisch. Ich behalte bis heute einfach dieses 6:6 in meinem Herzen und freue mich, dass ich bis zu meinem Lebensende darüber philosophieren kann. (lacht)

Inwiefern war denn dieses 6:6 für den FC Schalke 04 von hoher Bedeutung?
Das Spiel rüstete uns für die 1. Bundesliga, es war die Generalprobe. Zumindest glaubten wir das. Als wir in der 1. Liga spielten, wurden wir tatsächlich ein wenig auf den Boden der Realität geholt. Die erste Saison schlossen wir als Achter ab, die zweite als Zehnter. Wir wurden sukzessive durchgereicht. Bis Schalke 04 dann, nach der Saison 1987/88, wieder abstieg. Dennoch wurde uns nach diesem 6:6 klar, dass, wenn wir in Topform sind, mit jeder Mannschaft mithalten können.

Sie wurden einen Tag vor diesem Pokal-Halbfinale 18 Jahre alt. Wie bereitete Sie Trainer Diethelm Ferner auf das Spiel vor?
Ich war natürlich noch längst kein gestandener Profi, doch auch nicht so frisch und naiv, wie vielen annahmen. In der Zweitligasaison 1983/84 machte ich alle Spiele – und erzielte dabei 14 Tore. Ich war zu dem Zeitpunkt ein gesetzter Spieler, ein Stammspieler. Zudem hatte ich das Glück, auf viele ältere und erfahre Spieler zu treffen, etwa die drei Köpfe des Teams: Bernard Dietz, Manni Drexler oder Klaus Täuber. Dann waren da noch Michael Jakobs oder Peter Stichler. An diesen Spielern konnte man sich als junger Spieler anlehnen. Der Trainer brauchte nicht mehr viel sagen – wir haben uns fast selbst gecoacht.

Heute wird immer wieder davon gesprochen, junge Spieler behutsam aufzubauen. Sie wurden sofort ins kalte Wasser geworfen: Würden Sie dies rückblickend als positiv bewerten?
Ich hatte den Vorteil, dass ich meine erste Saison in der 2. Bundesliga spielte. Das war mein Lehrjahr. Und es war einfacher als heute. Junge Spieler stehen heute von Anfang in steter Konkurrenz zu sehr starken Ausländern, die oftmals Nationalspieler ihrer Heimatländer sind. Denken Sie nur an Lukas Podolski, der immer im Schatten von Luca Toni steht. Den einzigen Ausländer, den wir damals in der Mannschaft hatten, war Pavel Macak, der zweite Torwart hinter Walter Junghans.

War es für Sie auch vorteilhaft, dass damals das mediale Interesse nicht so groß war wie heute?
Es war schon ein Interesse da. Doch bei weitem nicht so groß, das ist richtig. Außerdem habe ich anfangs bewusst kaum Interviews gegeben. Als junger Spieler bat ich Rudi Assauer mich von Anfragen unbehelligt zu lassen, denn ich fühlte mich mit 17 oder 18 Jahren noch nicht bereit für Interviews. Nachdem ich etwas Routine für das Bundesligageschäft entwickelt hatte, nahm ich auch Einladungen zu Fernsehterminen wahr. Zum Beispiel zu einem Interview mit Ernst Huberty im WDR, dann folgte das Sportstudio. Alles wurde vorher abgesprochen, schön dosiert und gut vorbereitet.

Auf dem Platz waren Sie von Beginn an bei jedem Spiel dabei. Hielten Sie sich mit Ihren 17 oder 18 Jahren anfangs noch zurück?
Nein, denn ich wusste, dass ich mithalten konnte. Das merkte ich im Training. Vor Spielen wie dem Pokal-Halbfinale 1984 darfst du nicht vor Respekt in Ehrfurcht versinken, weil da vielleicht deine alten Stars rumlaufen. Ich konnte mich schon als junger Spieler mit gestandenen Profis wie Karl-Heinz Rummenigge oder Karlheinz Förster richtig zoffen. Natürlich war die 1. Bundesliga totales Neuland für mich. Da kommt etwa ein Uli Borowka noch vor dem Anpfiff zu mir und sagt: „Wenn du an mir vorbei willst, brech’ ich dir die Beine!“ Das war natürlich nicht ernst gemeint – eine typische Kampfansage. Ich konnte das richtig einordnen, denn die 2. Liga war eine harte Schule für mich...

Was machten Sie eigentlich nach dem Spiel?
Sie meinen, nachdem mich die Fans wieder von Ihren Schultern ließen? Ich fuhr zu meiner Freundin, meiner heutigen Frau. Dort warteten Freunde und Verwandte auf mich. Ich sagte: »Guten Abend.« Die Leute applaudierten und beglückwünschten mich. Dann sagte ich: »Danke, das Spiel hat Spaß gemacht.« Diese Feier, wenn man sie so nennen will, dauerte gerade einmal fünf Minuten. Als ich zu Hause war, legte ich mich sofort ins Bett. Ich habe nicht ans Biertrinken oder die große Sause gedacht. Eigentlich habe ich das gar nicht richtig genießen können. Aber das weiß ich erst heute. (lacht)

Sie haben das Spiel für sich im Stillen verarbeitet?
Ja. Ich habe am nächsten Tag lange geschlafen, natürlich ließ ich dieses Erlebnis ein wenig Revue passieren. Aber es ging dann sehr schnell weiter. Die Saison lief zu Ende, wir spielten drei Tage später gegen Wattenscheid. Dann stand natürlich das Wiederholungsspiel an, wenig später wurde ich Nationalspieler. Es blieb mir eigentlich gar keine Zeit, dass Spiel lange zu verarbeiten.

Haben Sie in Ihrer Karriere eigentlich ein Spiel erlebt, das annähernd die Dramatik dieses Halbfinales erreichte?
Nein. Das UEFA-Cup-Finale in Mailand 1997 war natürlich auch spannend. Doch es hatte nicht diese dramatischen Brüche wie das Spiel gegen Bayern. Das Halbfinale der WM 1990 war ein ebensolches Highlight für mich, auch weil ich den entscheidenden Elfmeter verwandelte.

Auf welches Spiel werden Sie denn am häufigsten angesprochen?
Vermutlich auf das Spiel gegen Bayern. Es waren zwar nur 70.000 Fans im Stadion, doch manchmal habe ich das Gefühl, dass die halbe Welt dort gewesen ist. Wer mir nicht schon alles erzählte, hautnah am Spielfeld gestanden zu haben. (lacht) Vielleicht ist dieses Spiel wirklich so eines, von dem sich jeder Fußballfan wünscht, dabei gewesen zu sein. Es einfach das beste Pokalspiel aller Zeiten.

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