Odds BK-Stürmer Olivier Occéan über den BVB und Außenseiterchancen

»Wir müssen lauern«

Olivier Occéan war einst Torschützenkönig der Zweiten Liga und spielt nun bei Dortmunds Europa-League-Gegner Odds BK. Vor dem heutigen Duell sprachen wir mit ihm über die Chancen seines Klubs. 

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Olivier Occéan, Sie sind in diesem Jahr aus Deutschland zu dem norwegischen Klub Odds BK gewechselt. Haben Sie sich im hohen Norden schon eingelebt?
Oh ja, ich war ja schonmal hier. Odds BK war der Klub, der an mich geglaubt hat und mich 2004 aus Kanada nach Europa holte. Norwegen ist ein tolles Land mit einer großartigen Kultur und vielen Menschen, die mich toll aufgenommen haben. Ich mag es hier wirklich und ich hoffe, die Menschen mögen mich ebenfalls!

Sie haben mit Kickers Offenbach, Greuther Fürth und Eintracht Frankfurt in allen drei Profiligen in Deutschland gespielt. Was sind die Highlights Ihrer Zeit in Deutschland gewesen?
Als ich mit Greuther Fürth von der zweiten in die erste Liga gekommen bin, war das ein unglaublicher Moment! Die Zeit danach bei Eintracht Frankfurt war auch toll. Im Waldstadion vor so vielen Menschen zu spielen ist einfach etwas Besonderes. Ich konnte dort leider nicht so wirklich meine besten Leistungen zeigen. Das ist ein wenig schade, aber trotzdem habe ich meine Zeit in Deutschland in positiver Erinnerung.

Was sind die Unterschiede der norwegischen zur deutschen Liga?
Deutschland hat eine der besten Ligen auf der ganzen Welt, das lässt sich schwer mit der norwegischen Liga vergleichen. Norwegen ist ein kleines Land. In der Bundesliga spielen so viele exzellente Spieler, die in jedem Spiel den Unterschied machen können. Hier bei uns gibt es auch eine Menge guter Spieler, aber es ist nicht das Niveau der Bundesliga. Allerdings gibt es mittlerweile auch einige, wirklich gute, norwegische Spieler in der ersten und zweiten Liga in Deutschland. Ich denke da an Havard Nordtveit von Gladbach, Tarik Elyounoussi von Hoffenheim oder auch Mats Daehli von Freiburg. Das tut auch dem norwegischen Fussball gut. Wir sind im Kommen!

Verfolgen Sie die Bundesliga aus Norwegen?
Nein, eigentlich nicht. Aber ich schaue mir ab und an die 2. Liga-Konferenz an.

Heute spielen Sie in der Qualifikation für die Europa League mit Ihrer Mannschaft gegen Borussia Dortmund. Die haben gerade zum Saisonstart unter dem neuen Trainer Tuchel recht beeindruckend gegen Gladbach gewonnen. Rechnen Sie sich Chancen aus?
Alles ist möglich! Aber wenn wir mal ehrlich sind, sind wir im Vergleich zu Dortmund ein kleiner Klub. Wir werden aber dennoch probieren, sie zu ärgern.

Wie könnten Sie Dortmund schlagen?
Auf jedenfalls müssen wir unsere Chancen, wenn wir sie denn kriegen, nutzen. Viele werden es wahrscheinlich nicht werden. Wir müssen defensiv sehr diszipliniert spielen, die Räume eng machen und dafür sorgen, dass wir alle die beiden besten Spiele unseres Lebens machen!

Auf wen müssen Sie bei Dortmund besonders aufpassen?
Ilkay Gündogan ist für mich besonders auffällig, wirklich gut am Ball und baut das Spiel hervorragend von hinten auf. Auch die Jungs in der Abwehr – Hummels, Subotic und Schmelzer – helfen mit. Wir müssen zusehen, dass wir ihnen nicht viel Zeit am Ball geben. Aber mal ehrlich, ich hoffe einfach, dass sie zwei schlechte Spiele gegen uns machen (lacht).

Und auf wen muss Dortmund bei Ihnen aufpassen?
Wir haben nicht die außergewöhnlichen Einzelspieler, aber ein tolles Kollektiv. Wie sagte mal ein berühmter Trainer: »Der Star ist die Mannschaft!« Das gilt wohl auch für uns. 

Sie kennen die Deutsche Liga, gibt es ein paar besondere Tipps für Ihre Mannschaftskollegen, á la »Den Hummels immer von links anlaufen, der ist auf dem rechten Auge blind!«?
Das Meiste übernehmen unsere Scouts, wir gucken uns alles zusammen an und analysieren den Gegner dann intensiv. Vielleicht fällt mir beim Anblick der Szenen noch die ein oder andere Kleinigkeit wieder ein. Aber es ist schwer, da genaue Hinweise zu geben, weil vieles im Fussball sehr schnell geht. Das beste Scouting kann durch einen Fehler überflüssig werden. Auf diesen Fehler der Dortmunder müssen wir lauern. 

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