25.10.2009

Obafemi Martins im Interview

»Keiner kommt für die Bank«

Dass Obafemi Martins erst 25 Jahre alt ist, will man dem Wolfsburger gar nicht glauben. Zu viel hat der Angreifer erlebt und gesehen. Im Interview spricht er über seine wechselnden Sturmpartner und Hip Hop aus Nigeria.

Interview: Christoph Köchy Bild: Imago
Obafemi Martins im Interview
Andere Frage: Ihr Vorname Obafemi – Bedeutet der nun »Der König liebt mich« oder »Gott liebt mich«?

Ganz einfach, er bedeutet beides.

Wie war das denn nun mit dem vermeintlichen Attentat in Ihrer Heimatstadt Lagos? Weltweit berichteten die Zeitungen 2007 von einem Anschlag auf Ihr Auto. Saßen Sie denn nun selber drin oder nicht?

Nein. Jeder hat es geschrieben, aber ich war nicht im Auto. Ein Freund ist gefahren. Der Anschlag galt auf keinen Fall mir. Ich habe dazu lange Zeit nichts gesagt, aber hier noch mal: Ich saß nicht drin.

Als Sie bei Inter Mailand von der Jugend in die erste Mannschaft kamen, sind Ihre Mannschaftskollegen in große Appartements in der Innenstadt gezogen und haben sich neue Autos gekauft. Sie aber sollen lieber in der Nähe der Jugendakademie wohnen geblieben sein.

Als ich in der ersten Mannschaft zum Einsatz kam, war ich eigentlich noch Jugendspieler. Und ich dachte damals noch nicht, dass ich es schon geschafft hätte. Ich wollte mich erst einmal etablieren und ein paar Spiele machen, bevor ich über mich sagen wollte, dass ich ein Serie-A-Spieler bin.

Also haben Sie sich nicht gleich ein großes Auto gekauft?

Nein, die ganze erste Saison als Profi fuhr ich Polo. (lacht) Das ist ein Volkswagen, oder?

Sie haben erst mit 15 angefangen, im Verein – dem FC Ebedei – zu spielen?


Ich habe auch schon vorher gespielt, aber in Europa kennt niemand die Mannschaften aus der nigerianischen Liga. Also wurde ich erst bekannt, als ich mit 16 nach Italien zu Reggina ging.

Das scheint eine Ewigkeit her zu sein und bei dem Weg, den Sie zurückgelegt haben, könnte man meinen, Sie wären bereits über 30. In Wirklichkeit werden Sie Ende des Monats aber erst 25.


Das sagen viele Leute. Ich habe meine Karriere sehr früh begonnen. Jeder Fußballer in Nigeria möchte irgendwann nach Europa. Ich habe mir am Anfang darüber aber gar keine Gedanken gemacht, ich habe einfach gespielt, weil es mir Spaß gemacht hat. Ich hatte Glück und bin dankbar, dass es geklappt hat.

Ihre Lieblingsmusik ist nigerianischer Hip-Hop. In der Redaktion haben wir versucht, so etwas bei iTunes zu finden, ohne Erfolg.

Sie müssen das amerikanische iTunes benutzen, da finden Sie es!

Wie kann man sich die Musik vorstellen, ist es wie deutscher Hip-Hop mit afrikanischem Rhythmus?

Es gibt keinen deutschen Hip-Hop, oder?

Natürlich gibt es den, das müssen Sie sich auf jeden Fall anhören!

Das werde ich, versprochen.


Das Interview wurde 11FREUNDE mit freundlicher Genehmigung von spox.com zur Verfügung gestellt.
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