Norbert Dickel über das schwarz-gelbe Wunder

»Mehr geht nicht!«

Während alle Dortmunder nach der einmaligen Aufholjagd im Champions League-Viertelfinale noch im Bett liegen, schaut einer schon wieder nach dem Rechten. Wir sprachen mit Stadionsprecher Norbert Dickel über den Wahnsinn gegen Málaga.

Norbert Dickel, wir werden Sie verklagen müssen.
Warum?

Uns ist gestern gegen 22:35 das Trommelfell geplatzt. Sie waren nicht ganz unschuldig.
(lacht) Es ist ja auch ein bisschen was passiert.

Bitte lassen Sie uns sachlich bleiben. Wie geil war das denn bitte?
Emotional ist das nicht mehr zu toppen. Mehr geht nicht. Deswegen gehen wir auch alle ins Stadion, um diese Momente mit unserem Verein erleben zu dürfen. Ich weiß gar nicht wie viele Leute mich heute angerufen haben, um mir zu sagen,. dass sie gestern geheult haben. Ein außergewöhnlicher Moment in der Geschichte Borussia Dortmunds.

Wie sieht es denn gerade rund um das Vereinsgelände aus?
Also hier am Stadion ist es relativ ruhig. Das mag wohl daran liegen, dass die meisten noch mit einem kleinen Schwips im Bett liegen.

Die Ruhe nach dem Sturm?
Gestern Abend waren alle einfach begeistert, was da passiert ist. Ich glaube, das war Werbung für Borussia Dortmund und den deutschen Fußball. Auch in unserem Fußballradio konnten wir hohe Zugriffszahlen verzeichnen.

Haben Sie in der 82. Minute noch daran geglaubt?
Ja. Ich habe die ganze Zeit im Radio gerufen »Weiter Jungs, wir packen das«.

Und nach dem 2:2?
Das ganze Stadion hat gestanden.

In etwas mehr als einer Minute drehte der BVB das Spiel. An was erinnern Sie sich noch?
Ich war gerade noch dabei den Torschützen auszurufen, kam in Rage und da rollte die nächste Angriffswelle. Das war alles unfassbar! Einmalig.

Nach Santanas Treffer sagten Sie: »Wir wollen nicht diskutieren, ob das Abseits war«. Wollen Sie es jetzt?
Nein, das will ich nicht. Dann müsste jedes Tor aufs Korn genommen werden. Aber wenn der Schiedsrichter entschieden hat, ist es erledigt. Damit hätten wir auch im Falle einer Niederlage irgendwie leben müssen.

In den letzten zweieinhalb Jahren ist beim BVB viel passiert. Können Sie dieses Spiel irgendwie einordnen gegenüber der Meisterschaft oder dem Double?
Vielleicht zwischen den Kategorien »Sonderklasse« und »Die drei besten Spiele des BVB«. Ich will nicht sagen, dass wir super gespielt haben. Aber Dramatik und Spielablauf haben es zu etwas ganz Besonderem gemacht.

Unvergesslich?
In zwanzig Jahren wird keiner mehr fragen wie wir gespielt haben, sondern dass wir innerhalb von 69 Sekunden das Spiel gedreht haben.

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