Norbert Dickel im Interview

„Sagen Sie mal Galatasaray!“

„Wir singen Norbert, Norbert, Norbert Dickel. Jeder kennt ihn - den Held von Berlin“, hallt es durch das Westfalenstadion. Doch nicht nur als Ex-Torjäger hat Dickel Kultstatus. Imago
Heft #66 05 / 2007
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Norbert Dickel, als Stadionsprecher bei Borussia Dortmund kommentieren Sie die BVB-Spiele auch im Internet. Hören wir Sie bald auch im WDR?

Ich gehe nicht davon aus, dass meine Art zu kommentieren dort gefragt ist. Außerdem müssten meine Partner Boris Rupert und Constantin Blaß auch verpflichtet werden.

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Was schreckt den WDR ab?


Wir kommentieren parteiisch, schließlich heißt der Sender BVB-Netradio. »Schiri, schmeiß den mal vom Platz« oder ähnliches ist bei uns üblich. Wir reden, wie uns der Schnabel gewachsen ist.

Den Fans gefällt es, bis zu 100?000 Fans hören zu.

Zu Beginn habe ich probiert, wie ein seriöser Radiokommentator zu klingen. Doch je öfter wir uns im Ton vergriffen, desto positiver war die Resonanz.

Wie fing alles an?


Als Dr. Niebaum 1998 auf USA-Reise war, fand er keinen Radiosender, auf dem er sich die Spiele der Borussia anhören konnte. So kamen wir auf die Idee mit dem Internetradio.

Reden Sie ein langweiliges BVB-Spiel auch mal spannend?


Nein, dann unterhalte ich mich mit Boris Rupert über sein Bier, oder ich beschwere mich über seine Komfortsitzschalen auf der Pressetribüne, während ich unten in der Kälte stehen muss.

Ihren Job als Stadionsprecher vernachlässigen Sie aber nicht?

Nein, da langt ein Satz: »Boris ich muss jetzt abgeben, es gibt eine Auswechslung.«

Die schönste Erinnerung?

An ein Spiel gegen Galatasaray Istanbul. Ich kommentierte: »Der Ball landet wieder bei Galata-Gala-Ga… Ach Scheiße, Istanbul!« Der Versprecher kam dadurch zustande, dass ich einen meiner besten Freunde, Erdal Keser, der auch Galatasaray-Fan ist, immer etwas foppte, indem ich sagte: »Ach du und dein Galastarasarai…« Und dann bekomme ich beim Spiel den Namen einfach nicht mehr zusammen.

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