08.03.2014

Nachbarin bringt FC Kray zum Schweigen

»Es geht um fünf Dezibel«

Der Rhein-Oberligist FC Essen Kray wurde wegen Lärmbelästigung verklagt und hat bereits 15.000 Euro in den Schallschutz investiert. Trotzdem verlassen Fans zum Trommeln das Stadion. Wir sprachen mit Präsident Günter Oberholz.

Interview: Anton Zirk Bild: imago

Günter Oberholz, Ihr Verein steckt mitten in einem Rechtsstreit. Was hat sich der FC Kray zu Schulden kommen lassen?
Glauben Sie mir, das frage ich mich selber oft genug. Eine Nachbarin, die etwa 25 Meter von unserem Vereinsgelände entfernt wohnt, hat Ende 2013 wegen Lärmbelästigung gegen den Betreiber, die Essener Sport- und Bäderbetriebe, geklagt. Diese Klage richtet sich gegen Nutzung unserer Sportanlage. Seitdem nimmt das Ganze seinen Lauf.

Wusste die Dame bei ihrem Einzug nichts von der Sportanlage?
Das ist das Verrückte an der Sache. Sie wohnt seit 1978 in direkter Nähe zum Platz und die Sportanlage wird schon seit Mitte der Fünfziger genutzt. Die Klägerin kennt die Situation also gar nicht anders.

Wieso gibt es jetzt plötzlich Ärger?
Die Stadt Essen hat 2011 unsere Anlage renoviert. Der alte Aschenplatz ist einem neuen Kunstrasen gewichen. Nach Meinung der Klägerin wird seitdem viel mehr trainiert und gespielt.

Hat Sie damit Recht?
Die Trainingszeiten auf dem Gelände haben sich erhöht. Trotzdem spielen wir ja nicht lauter als zuvor.

Welche rechtliche Grundlage hat die Klage?
Das Verfahren stützt sich auf die Immissionsrichtwerte der Sportanlagenlärmschutzverordnung.

Das heißt?
Bestimmte Lautstärken dürfen nicht überschritten werden. Bei uns wurde das auch zweimal getestet. Leider haben wir die Grenzwerte beim Torjubel für wenige Sekunden um etwa fünf Dezibel überschritten. Das muss man sich mal vorstellen – wenige Sekunden führen zu solchen Konsequenzen!

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