Mythos »Bayern-Bonus«

Rot auf weiß

Der Mythos, dass der FC Bayern von den Unparteiischen chronisch bevorzugt wird, hält sich schon seit Jahrzehnten. Ann-Marie Nienaber von der Uni Münster ist der Geschichte vom »Bayern-Bonus« auf den Grund gegangen. Mythos »Bayern-Bonus«

Ann-Marie Nienaber, was genau haben Sie eigentlich untersucht und vor allem: Warum?

Der Lehrstuhl für BWL hat sich generell den Bereich Sportmanagement als Schwerpunkt auf die Fahne geschrieben, diese Studie war aber auch stark persönlich motiviert. Mein Professor ist großer Bayern-Fan, ich bin BVB-Anhängerin und man kennt ja die kleine Feindschaft zwischen diesen Lagern. Mir lag es am Herzen zu überprüfen, ob es den mythischen »Bayern-Bonus« tatsächlich gibt. Das Ganze musste dann natürlich empirisch überprüft werden.  

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Wie sind Sie dabei vorgegangen?

Wir haben die Spielzeit 2008/2009 in einer Videoanalyse untersucht und dabei mit Stuttgart und Berlin zwei Teams aus der gleichen Tabellenregion als Vergleichsmannschaften herangezogen. In sieben konkreten Situationen wurden dann gegebene Elfmeter, Dauer der Nachspielzeit oder Gelbe und Rote Karten analysiert. Daraus ergibt sich dann ein bestimmtes Profil, das Auskunft darüber gibt, ob ein Verein tendenziell bevorzugt wird.

Und, gibt es den »Bayern-Bonus«?

Nun ja. Bei Freistößen ist Stuttgart zum Beispiel mit den Bayern gleichauf, bei Eckstößen die Berliner. Es ist aber tatsächlich so, dass Bayern München in der Addition zum Teil einen deutlich besseren Wert erhält. Als wir die statistischen Signifikanten überprüft haben, mussten wir feststellen: wir können zwar nicht eindeutig bestätigen, dass es diesen Bonus gibt, statistisch lässt er sich aber auch nicht von der Hand weisen.

Gibt es eigentlich beispielsweise vergleichbare Studien aus dem Ausland?

Da liegt der Fokus eher auf den Farben der Trikots, dem Einfluss der Zuschauer oder die Perspektive der Schiedsrichter. Studien zu konkreten Situationen gibt es auch dort noch nicht.

Gibt es denn für die Clubs Mittel und Wege ihr Image auf dem Platz aufzubessern?

Wie schon angedeutet: Das Image eines Vereins zeigt sich beispielsweise durch die Zuschauer, die definitiv eine Auswirkung auf das Spielergeschehen haben – das ist in mehreren Studien nachgewiesen worden. Manche Studien besagen auch, dass Mannschaften durch bestimmte Trikotfarben sympathischer wirken und dadurch möglicherweise in strittigen Situationen bevorzugt werden.

Was sollten die Teams also tragen?

Schwarz lieber nicht. Da sind die Zahlen miserabel.

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