Wie hat sich der Erfolg auf die Stimmung in London niedergeschlagen? Wie reagierten die Fans der großen Klubs?
Fulham war schon immer einer von diesen Vereinen, die auch bei den Fans anderer Klubs viele Sympathien haben. Der FC Fulham hat einfach einen sehr guten Ruf, er sorgt selten für Negativschlagzeilen. Im Halbfinale drückt also jeder in London, der halbwegs Ahnung von Fußball hat, dem FC Fulham die Daumen.
In Deutschland verbindet man den FC Fulham auch mit seinem pittoresken Stadion, dem Craven Cottage. Was ist der große Unterschied zu einer deutschen Arena?
Fotos vom Stadion sagen schon viel aus: Alleine die Enbettung in eine Wohngebiet macht für viele Fans aus Deutschland einen besonderen Reiz aus. Allerdings bin ich kein Fan davon, die Entwicklung in England zu romantisieren.
Was meinen Sie?
Viele englische Vereine haben auch neue Stadien, zum Beispiel der FC Arsenal. Ein tolles Stadion, zweifelsohne, doch geht diesem Stadion noch das Gefühl von Heimat und Wohnlichkeit ab. Das hängt natürlich auch damit zusammen, dass man als Fan über Jahrzehnte Rituale in einem Stadion pflegt, dass man den Süßigkeitenstand kennt, dass man sein Programmheft immer am selben Stand kauft oder dass man stets beim Burger-Van an der Ecke isst. Ticks und Macken eben. In einem neuen Stadion muss nicht nur dieses Gefühl neu wachsen, sondern auch die Nähe zum Stadion. Ein Stadion liebt man ja auch, weil man besondere Spiele dort gesehen oder große Erfolge dort gefeiert hat.
Beschreiben Sie doch mal das Craven Cottage aus der Sicht eines Spielers.
Als Spieler ist man schockiert. Zumindest wenn man bis dato deutsche Stadien oder Vier- oder Fünfsterne-Arenen gewohnt war. Das Craven Cottage wurde zwar die letzten Jahren Stück für Stück saniert, man versuchte es komfortabler zu machen, doch einige Spieler sagen immer noch, es sei mittelalterlich. Alleine die Kabinen: Dort gibt es nicht genug Sitzplätze für alle Spieler, so dass man wirklich Rücken an Rücken stehen muss. Die HSV-Spieler, die in vielen tollen Stadien gespielt haben, werden sich noch wundern. Zugleich wird es aber auch ein tolles Erlebnis sein.
Sie halten sich momentan bei den Queens Park Rangers fit, haben allerdings noch keinen neuen Verein. Ihre Lieblingsstadt Hamburg hat in der nächsten vielleicht zwei Bundesligavereine.
Ich liebe England und englischen Fußball über alles. Und ich würde auch durchaus meine Karriere hier weiter führen. Doch Deutschland reizt mich auch, Hamburg vor allem. Darüber habe ich übrigens schon häufiger nachgedacht. Der Hamburger SV und der FC St. Paul sind jedenfalls zwei tolle Vereine.