18.08.2008

Mladen Petric im Interview

»Der HSV ist weiter«

Mladen Petric hat ein bewegtes Wochenende mit Reisen und sportmedizinischen Untersuchungen hinter sich. Wir erreichten ihn gestern Abend in Kroatien, wo er sich mit seiner Nationalmannschaft auf das Länderspiel gegen Slowenien vorbereitet.

Interview: Thorsten Schabelon Bild: Imago
Mladen Petric im Interview
Herr Petric, wieso wechseln Sie von Borussia Dortmund zum Hamburger SV? 

Der HSV hat einfach alles in Bewegung gesetzt, um mich zu holen. Das hat mir imponiert. Der Klub hat Perspektiven und Ambitionen. Ich will in der Champions League spielen und da haben wir richtig gute Chancen. Es ist für mich ein Schritt nach vorne.



Die Chancen und Perspektiven sahen Sie in Dortmund nicht mehr?

Dortmund ist besser dran, als noch in der schrecklichen letzten Saison. Es ist auch sicher mehr möglich. Aber der Hamburger SV ist eben noch einen Schritt oder vielleicht zwei Schritte weiter.

Hat das künftig deutlich höhere Gehalt, von dem man so hört, auch eine wichtige Rolle gespielt?

Bei einem Transfer dieser Dimension und bei dem es um die van-der-Vaart-Nachfolge geht, versteht es sich, dass mein Vertrag besser dotiert ist als in Dortmund. Aber noch einmal: Der Grund ist, dass der HSV mich unbedingt wollte. Es gab richtig gute Gespräche mit Manager Dietmar Beiersdorfer. Und Borussia Dortmund hat auf der anderen Seite nicht alles unternommen, mich zu halten.

Gehen Sie im Unfrieden?

Nein. Ich möchte in Dortmund jedem danken, der mich unterstützt hat. Ich hatte mir einen Freundeskreis aufgebaut, mein erstes Kind sollte im September in Dortmund geboren werden. Es lief sportlich sicher nicht alles optimal, aber es war ein schönes Jahr und es bleibt ein Erlebnis, in diesem Stadion zu spielen. Und ich musste ja nicht weg.

Es gab Gerüchte, ein gewichtiger Grund für Ihren Wechsel sei das angespannte Verhältnis zu Ihrem BVB-Mit-Stürmer Alex Frei.

Wer behauptet, Alex und ich hätten zwischenmenschliche Probleme, hat einen Schaden. Klar ist, dass Alex nicht mein Trauzeuge wird und ich nicht seiner. Früher gab es in der Schweiz auch sicher kleinere Probleme. Die haben wir aber ausgeräumt. Wir verstehen uns inzwischen gut.

In der Vorbereitung stimmte Ihre Leistung beim BVB nicht mehr. Sie wirkten teilweise lustlos.

In den letzten Wochen konnte ich mich nicht hundertprozentig auf meinen Job konzentrieren. Ich wusste einfach nicht, wie es weitergeht.

Hatten Sie die Verhandlungen mit den Hamburgern vielleicht schon im Hinterkopf?

Nein, es war schon vorher ein bisschen hin und her. Mit Hamburg gab es Mitte letzter Woche das erste richtige Gespräch. Dann ging es ins Eingemachte. Und schnell. Alle Parteien wurden sich einig. Dass es so schnell ging zeigt, dass gewisse Leute nichts gegen meinen Transfer hatten.

Dieser Artikel erschien im Internetportal DerWesten

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