03.02.2010

Milan Sasic über den Trainerjob

»Ich bin nicht böse«

Milan Sasic, Trainer von MSV Duisburg, fühlt sich mit den Worten »harter Hund« völlig falsch charakterisiert. Aber er sagt auch: »Wenn ich etwas zu sagen habe, mache ich das.« Ein Gespräch über Demokratie und Viererkette.

Interview: Ralf Birkhan Bild: Imago
Milan Sasic trägt in der Mittagspause Trainingsanzug. Umziehen lohnt nicht, zwischen Vormittags- und Nachmittagstraining liegen nur zwei Stunden. Der Coach des Fußball-Zweitligisten MSV Duisburg setzt sich und lächelt. Harte Hunde sehen anders aus, aber der Kroate hat genau diesen Ruf.  



Herr Sasic, Sie gelten in Deutschland als »harter Hund«...

(unterbricht) Wissen Sie, was Milan übersetzt auf Deutsch heißt?  

Ehrlich gesagt: Nein.

Es heißt lieb.  

Passt das zu Ihnen?

Das weiß ich nicht, das ist alles relativ, und es müssen sowieso andere beantworten.  

Sie haben mal gesagt, dass Sie Ihre Spieler wie Ihre Kinder behandeln. Sind Sie ein strenger Vater?

Was heißt streng? Ich vermisse in unserer Gesellschaft viel, zum Beispiel Respekt voreinander. Den möchte ich jüngeren Menschen beibringen.  

Vermissen Sie den Respekt auch im Profi-Fußball?

Natürlich. Die Spieler müssen ihre Kollegen respektieren, den Trainer, den Verein. Aber mir fehlt das gute Benehmen nicht nur im Fußball, Fußball ist doch nur ein Teil der Gesellschaft. Wir sollten froh sein über die Demokratie, in der wir leben dürfen.  

Vertragen sich Demokratie und Mannschaftsführung?

Nein, in einer Mannschaft muss der Trainer das Sagen haben. Die Spieler können nicht darüber abstimmen, ob sie Viererkette oder Dreierkette spielen. Oder ob sie vormittags oder nachmittags trainieren.

Wie soll das gehen?

Es muss jemand da sein, der das System führt.  

Was muss ein Spieler machen, um Sie zu ärgern? Wann werden Sie böse? 

Was heißt böse? Ja, ich bin vom Ton her etwas energischer. Das ist mein südländisches Temperament, aber das ist gesund. Wenn ich etwas zu sagen habe, mache ich das. Und dann ist es auch vorbei mit dem Thema. Ich habe von Natur aus gar keine Lust, nachtragend zu sein.

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