26.08.2007

Michael Tarnat im Interview

„Ich konnte nicht aufhören“

Man muss sich schon sehr anstrengen, um sich an eine Bundesliga ohne Michael Tarnat erinnern zu können. Seit 16 Jahren mischt der Linksverteidiger nun schon mit – doch „alte Tanne“ darf ihn deswegen noch niemand nennen.

Interview: Roland Wiedemann Bild: Imago

Nach überzeugenden Leistungen in der Vorbereitung, unter anderem gab es einen 3:0-Sieg gegen Real Madrid, war der Saisonstart von Hannover 96 durchwachsen.

Ich würde ihn als bescheiden bezeichnen. Wir hatten uns gegen den HSV viel vorgenommen, vielleicht zuviel. Umso bitterer war die 0:1-Niederlage zu Hause.

Ist Hannover 96 denn wirklich reif für einen Uefa-Cup-Platz, wie vor der Saison gemutmaßt wurde?

Unser Ziel ist es, so schnell wie möglich 40 Punkte zu holen. Für Prognosen ist es nach drei Spieltagen noch zu früh. Wir wollen einen attraktiveren Fußball als in der vergangenen Saison spielen. Da gab es gute Phasen, aber die Konstanz hat uns gefehlt.

Wo sehen Sie den Klub mittelfristig?


Wenn man die Sachen in Hannover vernünftig anpackt, lässt sich hier sicher etwas bewegen. Ich glaube, die Niedersachsen fahren lieber zum Fußball nach Hannover als nach Wolfsburg. Es geht darum, den schlafenden Riesen zu wecken. Wir müssen die Leute begeistern, sie sollen sich mit 96 identifizieren. Es gibt noch die Hannover Scorpions im Eishockey. Aber das war’s dann auch in sportlicher Hinsicht. Ich sehe da noch viel Potenzial, was den Fußball in Hannover angeht. Wir haben ein tolles Stadion und eine gute Mannschaft. Es liegt nur an uns, die Menschen ins Stadion zu locken.

Wissen Sie, wann Sie das erste Bundesligaspiel bestritten haben?


Das muss wohl 16 oder 17 Jahre her sein.

Ihr Bundesligadebüt im Dress des MSV Duisburg liegt 16 Jahre zurück. Es war am 2. August 1991 gegen den VfB Stuttgart Was hat sich seitdem verändert?


Es wird heute viel mehr Wert auf Schnelligkeit gelegt. Nicht nur im physischen Bereich, sondern auch was das Passspiel angeht. Und das mediale Interesse ist viel, viel größer geworden.

Ihr Spitzname ist „Tanne“. „Alte Tanne“ darf man wohl nicht sagen?

(Lacht) Das kann sich keiner meiner Teamkollegen erlauben. Denen würde ich schon helfen.

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