Michael Lusch über den UEFA-Cup 1992/93

»Es ging wieder bergauf mit dem BVB«

Michael Lusch scheiterte mit den BVB im UEFA-Cup 1992/93 erst im Finale an Juventus Turin. Hier spricht er über eine furiose Underdog-Saison und Dortmunds Europa-League-Chancen in diesem Jahr.

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Herr Lusch, was fällt ihnen als erstes ein, wenn Sie sich an die UEFA-Cup-Saison 1992/93 erinnern?
Das war die Saison, in der wir im Finale gegen Juve gespielt haben – die hatten damals eine Bombenmannschaft Andreas Möller und Jürgen Kohler. Wir hatten im Final-Hinspiel ein sehr ordentliches Spiel gemacht, auch wenn wir am Ende verloren haben. In Turin war es für uns dann zu schwierig, noch zurückzukommen.

Juventus war der große Favorit – Dortmund über die gesamte Saison ein Underdog. Hat genau dieses Image zum Erfolg beigetragen?
Unsere Bundesliga-Saison war eher durchwachsen, da waren die Spiele in Europa natürlich die Highlights. Dann im Finale zu stehen und gegen diese Top-Mannschaft zu spielen war einmalig. Und als klarer Außenseiter haben wir uns dann doch passabel verkauft.

Dabei war Turin nicht das einzige Highlight. In der zweiten Runde schlug der BVB Celtic Glasgow in beiden Spielen.
Celtic war genial! Allein vom Stadion her, dort gab es damals noch nicht mal eine Abgrenzung zu den Zuschauern, die waren unheimlich nah an einem dran. Ein sensationelles Publikum, da zu spielen war ein unglaubliches Erlebnis.

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Im Halbfinale kam es dann zum denkwürdigen Elfmeterschießen in Auxerre...
...wo Klos den letzten Elfmeter hielt und zum Helden wurde. Ein kleines Stadion, ein echter Hexenkessel – und Auxerre hatte damals mit Guy Roux diesen Trainer, der über ewige Zeiten dort war, 40 Jahre. Unvergesslich.

In Dortmund gab es zu dem Spiel damals sogar ein Public Viewing. Hatten Sie so eine Euphorie davor schon einmal erlebt?
Man muss das ja so ein bisschen zurückverfolgen: 1989 sind wir Pokalsieger geworden, nachdem Dortmund lange keinen Titel geholt hatte. Dann kam die Ablösung von Horst Köppel durch Ottmar Hitzfeld und es ging wieder bergauf mit dem Verein. Diese Euphorie haben wir als Spieler natürlich mitgenommen. Das ist schon eine Zeit, auf die man auch heute noch oft angesprochen wird.

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