Michael Fink im Interview

»Das waren Kriminelle«

Als am Samstag Knallkörper aus dem Nürnberger Block flogen, geriet auch Eintrachts Mittelfeldspieler Michael Fink in Gefahr. Wir sprachen mit ihm über die Detonationen, die Stimmung unter den Spielern und die Ursachen der Ausschreitungen. Michael Fink im InterviewImago

Herr Fink, bevor das Spiel zwischen Frankfurt und Nürnberg unterbrochen wurde, waren bereits mehrere Knallkörper in der Nähe der Fankurve explodiert. Bekommt man es als Spieler überhaupt mit, wenn so etwas passiert, oder ist man viel zu sehr auf das Spiel fixiert?

Ich bin schon zusammengezuckt beim ersten Knall. Die waren richtig laut. Das waren richtige Kanonenschläge. Zuerst denkt man kurz, da ist etwas explodiert. Aber viel Zeit, darüber nachzudenken, bleibt nicht, schließlich läuft ja das Spiel.

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Wie haben Sie die Situation erlebt, als Schiedsrichter Gagelmann nach einer halben Stunde das Spiel unterbrach?

Das war absolut richtig. Ein brennendes Bengalo ist auf den Platz geflogen. Ich denke, davon möchte niemand getroffen werden. Herr Gagelmann hat absolut Recht gehabt, die Partie zu unterbrechen.

Fühlten Sie sich unmittelbar bedroht?


Ja, man fühlt sich bedroht. Alle fühlen sich bedroht. Und nicht nur die Spieler, auch die normalen Zuschauer.

Wie wurde die Spielunterbrechung im Kreise der Mannschaft bewertet?


Wir haben darüber geredet und uns gefragt, ob das Spiel weiter fortgesetzt werden kann und was passiert, wenn der Schiedsrichter abbricht.

Wie sehr beeinflusst eine Spielunterbrechung die Konzentration auf das Spiel?

Mich persönlich hat die Unterbrechung jetzt weniger beeinflusst.

Wie hält man sich physisch und psychisch in einer 20-minütigen Pause auf »Betriebstemperatur«?

Ich hatte, wie gesagt, kein Probleme damit. Wir haben uns etwa zehn Minuten lang in der geräumigen Mixed-Zone unserer Arena warm gemacht und gelockert, so dass wir nicht herumgesessen haben oder so.

Wie könnte man das Problem mit Randalierern in den Griff bekommen?

Da bin ich der falsche Ansprechpartner. Ich denke, die Probleme haben tiefe gesellschaftliche Ursachen. Man darf nicht alles auf die Vereine abwälzen. Solche Idioten suchen sich PR-wirksame Veranstaltungen wie Bundesligaspiele oder beispielsweise den G8-Gipfel heraus, um in die Medien zu gelangen. Das waren keine Fußballfans, das waren Kriminelle. Wer bewusst in Kauf nimmt, dass er andere Menschen mit seinem Handeln körperlichen Schaden zufügen kann, der ist ein Krimineller.

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