23.09.2007

Max Herre im Interview

„Veh? Was für ein Notnagel!“

Max Herre ist einer der beliebtesten Rapper der Republik. Im Privatleben ist der Mann Fan des VfB Stuttgart. Wir sprachen mit ihm über die sensationelle Meisterschaft, seine eigenen Fähigkeiten am Ball und Fan-Feindschaften im HipHop.

Interview: 11Freunde Bild: Promo
Was macht die Faszination Fußball für Dich aus?

Ich glaube, weil alle gern Fußball spielen und sehr früh damit anfangen, entwickelt jeder so seinen Traum, dafür auch mal gefeiert zu werden. Das ist es, was man mit den Leuten teilt, die es später schaffen. "Hätte ich das nur ein bisschen hartnäckiger betrieben, könnte ich jetzt da unten auf dem Rasen stehen", oder so. Ich denke, genau diese Identifikation macht es aus: Dass die Leute, die spielen, eigentlich die Leute sind, die gucken. Es ist ein durchlässiges Gefüge. Das ist spannend daran.



Gibt es noch andere Sportarten, die Dich begeistern?

Keine so wie Fußball. Fußball steht schon an erster Stelle. Aber grundsätzlich mag ich Sport sehr gerne. Ich mag Basketball. In den Achtzigern Jahren mochte ich auch Tennis irgendwie, weil alle Tennis mochten und Boris gespielt hat. Ich habe einen großen Respekt vor Sport und Sportlern – und vor der Disziplin, die solche Menschen haben.

Was ist Deine früheste Erinnerung an den Fußball?

Als ich eingeschult wurde und ich am zweiten Schultag nicht mehr hinwollte, weil es mir nicht gefiel, hat meine Mutter mich überredet und mich mit einem Paar Torwarthandschuhen bestochen. Ich habe gesagt: "Ich gehe da nicht wieder hin, wenn ich die Handschuhe nicht kriege!"

Und welches war Dein erstes Trikot?

Es müsste mein fünfter Geburtstag gewesen sein oder der sechste: Ich habe ein rotes Adidas-T-Shirt mit weißen Streifen geschenkt bekommen. Ich habe damit aber keinen VfB-Spieler verkörpern wollen, sondern wollte explizit die Sieben hinten drauf haben, weil Pierre Littbarski die Nummer getragen hat. Und dann hat mir meine Mutter auch wirklich die Sieben auf den Rücken genäht. Irgendwie fand ich den Litti besonders gut. Im Nachhinein wusste ich natürlich, warum: Er hat schließlich den Doppelpass mit sich selbst erfunden, weil er solche O-Beine hat.

Hast Du im Verein gespielt?

Ich habe beim MTV Stuttgart gespielt, aber nur drei Jahre, bis ich neun war.

Als Torwart?

Nein. Eigentlich vor der Abwehr links, kann man sagen.

Und wozu brauchtest Du die Torwarthandschuhe?

Im Hof haben wir natürlich auch gespielt, eins gegen eins, und da war man Torwart und Feldspieler gleichzeitig. Also brauchte ich Handschuhe.

War es für Dich ein Kindheitstraum, Fußballprofi zu werden?

Kann sein, dass das irgendwann mal Thema war. Aber ich glaube, ich habe mir das schnell abgeschminkt. Einmal haben wir gegen die Gleichaltrigen vom VfB Stuttgart gespielt - und 24:1 verloren. Das ist kein Witz! Da war ich sechs, wir waren also noch ganz kindlich, und der MTV war auch eher ein Verein, in dem wir zwar einheitliche T-Shirts hatten, aber die Stutzen und Hosen bunt gemischt waren. Und der VfB war schon in Uniform, die Eltern an der Seitenlinie haben die richtig gedrillt. Ich war nicht in solch einem Verein. Das war meinen Eltern auch nicht wichtig, ob das jetzt erfolgreich war oder nicht.

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