Matthias Scherz im Interview

»Köln geht guten Zeiten entgegen«

Zehn Jahre lang ist Matthias Scherz mit dem 1. FC Köln auf- und abgestiegen. Heute erinnert er sich an die Zeit im Fahrstuhl, Derbys gegen Gladbach und seine Entscheidung gegen den Fußball.

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Matthias Scherz, vor zwei Jahren sagten Sie, der Fußball des 1. FC Köln haut Sie nicht vom Hocker. Wie ist es heute?
Die Spielanlage ist nach wie vor ähnlich: Die gut strukturierte Defensive kassiert wenig Gegentore, nach vorne wird schnell und effektiv gespielt. Es wird ganz klar deutlich, dass sich die Mannschaft Schritt für Schritt verbessert hat. Die Mannschaft funktioniert, hat sehr viel Selbstvertrauen und Anthony Modeste reißt vorne alle mit. Sie stehen verdient dort, wo sie stehen. 

Wie abhängig ist Köln von Modeste?
Sie haben 16 Tore geschossen, davon gehen elf auf sein Konto. Das beantwortet die Frage wohl am besten. (Lacht). Artjoms Rudnevs ist auch ganz gut in die Saison gekommen, hat sich dann aber verletzt und muss jetzt erst mal wieder reinkommen. Aber so lange Modeste so trifft wie zurzeit, müssen sie sich da keine Sorgen machen. 

Entwickelt sich durch den Erfolg ein anderes Selbstverständnis? 
Ja, und dafür haben sie auch viel getan. Sie haben sich dieses Vertrauen in sich und untereinander erarbeitet. Wenn man sieht, wo die Mannschaft vor drei Jahren stand und wie viel Struktur Peter Stöger und Jörg Schmadtke der Mannschaft in der Zeit gegeben haben, ist das sehr gut gelaufen. Zu meiner Zeit sind pro Transferperiode gefühlt zehn Spieler gekommen und gegangen, oftmals inklusive Trainer. Jetzt arbeitet das Team schon lange zusammen, die Spieler können gehalten werden. Der FC geht guten Zeiten entgegen. 

Köln spielt die dritte Erstligasaison seit dem Aufstieg. Hat sich der FC in der Bundeliga etabliert?
Ja. Sie haben eine Mannschaft, die ganz klar zum Mittelfeld der Liga gehört. Der Trainer hat einen klaren Spielplan. Er reagiert am Spielfeldrand in den richtigen Momenten, die Mannschaft folgt ihr und so geht der Verein auch gut mit Rückständen und -schlägen um. 

Am Samstag kommt es zum Derby gegen Mönchengladbach. Welche Erinnerungen haben Sie an die Spiele gegen den Rivalen vom Niederrhein?
Gegen Gladbach haben wir uns immer schwer getan. Die Bilanz ist alles andere als gut. Einmal haben wir eine 0:4-Klatsche in Gladbach kassiert, das war gar nicht schön. Positiv ist mir Poldis Tor des Monats im Januar 2004 in Erinnerung geblieben, das Spiel haben wir 1:0 gewonnen. Oder der 3:2-Sieg unter Christoph Daum, als Milivoje Novakovic ganz spät per Freistoß traf. Es waren immer interessante Duelle. 

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