14.11.2011

Martin Pieckenhagen über deutsch-holländische Rivalität

»Wir lernen voneinander«

Martin Pieckenhagen spielte fünf Jahre für Heracles Almelo in der holländischen Ehrendivision. Im Interview spricht der langjährige Bundesliga-Keeper über die Rivalität zwischen Deutschland und Holland und über seine Zeit im niedlichen Almelo.

Interview: Erik Peter Bild: Imago


Heute spielt die deutsche Nationalmannschaft einen technisch anspruchsvollen Fußball. Wird das in Holland anerkannt?

Martin Pieckenhagen: Gerade weil es jahrelang anders war, nimmt man das zur Kenntnis. Zunächst mit Jürgen Klinsmann und jetzt unter Jogi Löw ist das spielerische Niveau sehr angestiegen. Da hat man aufgeschlossen zu den Holländern, vielleicht hat man sie sogar überholt.

Die Holländer haben gerade bei der letzten Weltmeisterschaft spielerisch nicht brilliert. Spielen sie jetzt den »deutschen« Fußball?

Martin Pieckenhagen: Allein durchs Schönspielen gewinnt man eben keine Turniere – das hat man auch in Holland erkannt. Heute gibt es hier Spieler wie Mark van Bommel oder Dirk Kuyt, die bis zum Umfallen rackern. Keine Balltänzer, sondern knallharte Arbeiter. Und die Deutschen haben wiederum gemerkt, dass nur durch stumpfen Kampf im heutigen Fußball ebenfalls kein Blumentopf mehr zu gewinnen ist.

Haben sich also beide Fußball-Nationen gegenseitig zum Vorbild genommen?

Martin Pieckenhagen: Ich glaube schon. Im deutschen Fußball hat man immer nach Holland geguckt, auf diese technisch brillanten Mannschaften. Und in Holland wurde bewundert, dass die Deutschen trotz der schlechteren Einzelspieler, Mannschaften hatten, die als Team Erfolg hatten.

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