12.12.2008

Markus Miller im Interview

»Ich wollte Zeichen setzen«

Das zweite Bundesligajahr ist bekanntlich das schwerste. Dass dieses zweite Jahr allerdings so schwer würde, damit rechnete in Karlsruhe niemand. Auch nicht Torwart Markus Miller. Ein Gespräch über Gehälter, Fans und Zwittersituationen.

Interview: Roland Wiedemann Bild: Imago
Markus Miller im Interview
Markus Miller, das verflixte zweite Bundesligajahr – Karlsruhe war in der Saison 2007/2008 ein bisschen das Hoffenheim der aktuellen Spielzeit. Inzwischen ist man beim KSC schon froh, die Abstiegsplätze verlassen zu haben.

Wir wussten, dass es nicht einfach wird. Aber ich hätte nicht gedacht, dass wir so eine Negativserie hinlegen. Der Sieg gegen Bremen war sehr wichtig. Jetzt müssen wir gegen Berlin nachlegen.



Bisweilen hat sogar der KSC-Anhang, der als sehr treu gilt, die Geduld verloren. Nach der Niederlage in Hannover gab es eine Busblockade.

Ich finde, dass unsere Fans im Allgemeinen ziemlich human reagiert haben. Über die können wir uns bestimmt nicht beklagen. Beim Heimspiel gegen Bremen sind sie Spalier gestanden, als der Mannschaftsbus zum Stadion fuhr, und haben uns gefeiert. Da bekommt man als Spieler schon eine Gänsehaut.

Sie selber zeigten in der vergangenen Saison teilweise überragende Auftritte. Experten werten Ihre Leistungen in der laufenden Saison als gut, aber nicht mehr als sehr gut. Wie sieht Ihre eigene Einschätzung aus?

Ich würde sagen, dass ich eine solide Leistung gezeigt habe.

Ein paar Mal waren sie bei Flanken zu spät dran.

Anstatt auf der Torlinie zu kleben, versuche ich möglichst viele Bälle zu entschärfen, bevor sie überhaupt aufs Tor kommen. Dabei kann man als Torwart gewinnen oder verlieren. Ich nenne das »Zwittersituationen«, in denen man als Torwart auch mal blöd aussehen kann.

Wollen Sie Ihr Verhalten bei Zwittersituationen überdenken?

Vielleicht sollte ich manchmal doch auf der Linie bleiben. Aber grundsätzlich werde ich mein Torwartspiel nicht ändern, sondern versuchen, es weiterzuentwickeln.

Im Herbst haben Sie Ihren ursprünglich bis zum Ende der Saison laufenden Vertrag verlängert. Was war dafür ausschlaggebend?

Mein Familie und ich fühlen uns in Karlsruhe sehr wohl. Das ist ein sehr wichtiger Punkt. Mit der vorzeitigen Vertragsverlängerung wollte ich aber auch ein Zeichen setzen. Damit war für den Verein eine wichtige Personalie entschieden. So etwas sorgt für Ruhe – auf beiden Seiten.

Beim KSC werden keine Spitzengehälter gezahlt. Woanders gibt es mehr Geld zu verdienen.

Das kann schon sein. Aber ich bin in einem Alter, wo es wichtig ist zu spielen und nicht auf der Bank zu sitzen. Hier beim KSC bin ich Stammspieler. Ich sage immer, dass es Schlimmeres gibt, als mit dem KSC in der 1. Liga zu spielen. Aber klar, wenn mal ein Riesenverein anfragt, dann muss man sich das sicher überlegen.

Es fällt auf, dass der Vertrag nicht um zwei oder drei, sondern nur um ein Jahr verlängert wurde.

Es ging darum, in Ruhe weiterarbeiten zu können. Mit der Verlängerung um ein Jahr, sind fürs Erste alle Seiten abgesichert.

Und wie sehen die Pläne für die unmittelbare Zukunft, sprich die Weihnachtsfeiertage aus?

Ich werde mit meiner Frau und den Kindern auf die Kanaren fliegen.

Kein Heimaturlaub im Allgäu?

Ausnahmsweise nicht. Wir sind in den Jahren zuvor während der Feiertage zwischen meinen Eltern und den Schwiegereltern, die in Stuttgart leben, hin und her gependelt. Dieses Jahr holen wir den Sommerurlaub nach, der wegen der Geburt unseres zweiten Kindes ausfallen musste.

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