Markus Happe über Köln gegen Leverkusen

»Kein normales Spiel«

Zwei Herzen in einer Brust: Markus Happe verteidigte für Bayer Leverkusen und den 1. FC Köln. Hier spricht er über die Rivalität am Niederrhein, historische Derby-Pleiten und die Stabilität des Stuhls von Bruno Labbadia. Markus Happe über Köln gegen Leverkusen

Markus Happe, Sie haben in Köln und in Leverkusen gespielt. Für welchen der beiden Vereine hat das Derby traditionell mehr Bedeutung?

Köln schielt eher nach Mönchengladbach. Ich glaube dieses Derby ist für die Kölner noch heißer. Aber für Leverkusen ist das Spiel gegen den FC natürlich ein großes Derby.

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Woher kommt die Rivalität von Leverkusener Seite?


Sie liegt ganz klar in der Nachbarschaft begründet. Früher wollte Köln Leverkusen sogar eingemeinden. Dadurch, dass die Fans Grenze an Grenze wohnen und sich ihre Arbeitsplätze teilen, wie z.B. im Bayer-Werk, kommt es zwangsläufig zu einer großen Rivalität.

Der eine oder andere Kölner sieht Leverkusen als Randbezirk von Köln.

Das sind die Sprüche, die Öl ins Feuer gießen. Mal wird Leverkusen als Stadt nicht ernst genommen, mal wird hervorgehoben, wie hässlich Leverkusen sei. Den anderen klein zu machen, gehört bei so einem Spiel zum Pflichtprogramm.

Wird man durch solche Sprüche und Anfeindungen auch als Spieler aus der Reserve gelockt oder sind das Dinge, die nur im Umfeld für Wirbel sorgen?

Die Rivalität wird eher von außen reingebracht, weil es für die Fans von riesiger Bedeutung ist, gerade dieses Spiel zu gewinnen. Und die Presse heizt die Stimmung zusätzlich an. Dadurch wird das Spiel auch für die Mannschaft etwas Besonderes. Aber letztendlich lässt die Spieler so ein Derby kalt, weil die meisten nicht in den jeweiligen Städten groß geworden sind. Leverkusener oder Kölsche Jungs in den eigenen Reihen sind sehr rar geworden.

Trotzdem werden solche Derbys oft hitzig geführt. Also scheinen solche Partien die Spieler nicht ganz kalt zu lassen.


Es heißt immer, dass die Spieler den Fans in so einem Spiel etwas zurückgeben können. Als Konsequenz dessen wird ein Derby dann auch schon mal hitzig geführt.

Wird die Brisanz der Partie bald mit der von Köln gegen Gladbach vergleichbar sein?

Ich glaube schon. Denn bereits jetzt gibt es in Bezug auf die Brisanz der beiden Derbys kaum einen Unterschied.

Sie durften selbst zahlreiche Derbys miterleben. Ist Ihnen eins besonders in Erinnerung geblieben?


Ja, das war in der Saison 1996/97. Das Hinspiel hatten wir  4:2 gewonnen, das Rückspiel war am vorletzten Spieltag, es ging um die Meisterschaft und wir verloren 0::4. Damit war die Meisterschaft zugunsten von Bayern München entschieden.

Sitzt der Stachel noch tief?

Damals war das für die Kölner natürlich ein großer Moment, an den sich die Fans noch heute gerne zurückerinnern. Für uns war das weniger schön. Aber heute sitzt er nicht mehr so tief. Im Nachhinein muss ich sagen, dass auch vorher schon einige Punkte haben liegen lassen.

Wenn Sie am Wochenende noch mal die Chance hätten für Köln oder Leverkusen aufzulaufen. Gegen welchen Stürmer würden Sie gerne spielen?


Generell würde ich lieber für Leverkusen auflaufen. Wenn ich mich für ein Duell entscheiden müsste, wäre Novakovic eine interessante Aufgabe.

Warum er?

Er ist kein Spieler, der 90 Minuten präsent ist, aber wenn er seine Chance bekommt, ist er zur Stelle. Gerade weil sich Novakovic auf dem Spielfeld kurze Auszeiten nimmt, um dann wieder voll da zu sein, ist es als Verteidiger gegen ihn wichtig, über 90 Minuten hellwach zu sein. Aus dem Grund hätte ich großen Spaß an dieser Aufgabe.

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