Markus Feldhoff über Bayern-Bayer

»Ich war schon kaputt«

Held für einen Tag: Beim historischen 5:2-Sieg von Bayer Leverkusen gegen Bayern München im Jahre 1997 schoss Markus Feldhoff drei Tore. Vor der Wiederauflage des Klassikers schwelgen wir mit Feldhoff in seligen Erinnerungen. Markus Feldhoff über Bayern-Bayer

Herr Feldhoff, wo erwischen wir Sie gerade?

Auf dem Trainingsgelände von Energie Cottbus. Ich bin hier seit Juli Co-Trainer von Pele Wollitz, mit dem ich schon in Osnabrück zusammen gearbeitet habe.

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Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit einem Trainer wie Pele Wollitz?

Ich kenne ihn ja schon relativ lange. Wir haben vorher fünf Jahre zusammen gespielt, verstehen uns sehr gut und arbeiten gut zusammen. Deshalb hat er mich ja auch mit nach Cottbus genommen.  

Wollen Sie auf lange Sicht auch selbst Cheftrainer in der Bundesliga zu werden?

Ich will meine Trainerausbildung zuende absolvieren, um mich irgendwann selbständig zu machen. Nächste Woche beginnt erstmal der Trainerlehrgang für die A-Lizenz in Köln. Ob es am Ende für die Bundesliga reicht, weiß ich nicht.  

Am Wochenende trifft Leverkusen auf die Bayern. 1997 hat Bayer 5:2 gegen die Münchner gewonnen, Sie haben drei Tore erzielt. Welche Erinnerungen haben Sie an dieses Spiel?

Ich weiß noch, dass ich beim Stand von 3:2 eigentlich schon kaputt war und dem Trainer das Signal zur Auswechslung gegeben hatte. Doch Christoph Daum hat mich weiterspielen lassen und dann habe ich noch zwei Tore gemacht.  

Nach dem Spiel wurden Sie gefeiert. Doch nur zwei Wochen später haben Sie sich das Kreuzband gerissen. Sie waren damals erst 22 Jahre alt. Welche Auswirkungen hatte diese Verletzung auf Ihre Karriere?

Vorher ging es immer voran. Immer weiter nach oben. In Leverkusen war ich damals auf dem Sprung, war kurz davor mich durchzusetzen, hatte zudem Kontakt zum damaligen Bundestrainer Berti Vogts. Und dann folgte auf den Höhepunkt gegen die Bayern sofort der Knick, von dem ich mich auch nie wieder richtig erholt habe.  

Verspüren Sie heute noch diese Wehmut, dass eigentlich mehr möglich gewesen wäre?

Natürlich, denn vom Potenzial her wäre mehr drin gewesen. Ich hatte damals schon 127 Erst- und Zweitligaeinsätze und habe danach in acht Jahren nur noch 65 Spiele gemacht, weil ich immer wieder mit Folgeverletzungen zu kämpfen hatte und nie mehr über einen längeren Zeitraum beschwerdefrei trainieren konnte. Deshalb habe ich meine Karriere auch in der Regionalliga beendet.  

Das klingt negativ. War der Gang in die Regionalliga auch ein persönlicher Abstieg?

Natürlich. Das war eben nie der Anspruch, den ich früher hatte. Ich hatte ja auch in der Bundesliga noch Luft nach oben. Die Regionalliga war nicht meine Welt.  

Warum haben Sie dann noch so lange drittklassig gespielt?

Weil das aufgrund meiner physischen Probleme genau passend war. In der Regionalliga konnte ich unter der Woche auch mal ein oder zwei Trainingseinheiten verpassen und habe dann am Wochenende trotzdem gespielt. Das wäre bei der  Konkurrenz in der Bundesliga nicht möglich gewesen.  

Gab es einen Punkt, an dem Ihre gesundheitliche Situation zur psychischen Belastung geworden ist?

Nein. Es ist natürlich frustrierend, aber psychische Probelme hatte ich zum Glück keine, weil ich immer Spaß am Fußball hatte. Auch noch in der Regionalliga.

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