Marko Marin will in Bremen bleiben

»Ich habe nicht vor zu wechseln«

Kaum hat Werder Bremen den Klassenerhalt geschafft, droht neuer Ärger: Zwei englische Topklubs buhlen um die Dienste von Mittelfeldmann Marko Marin. Im 11FREUNDE-Interview sagt Marin: »Ich habe nicht vor, den Verein zu wechseln.« Marko Marin will in Bremen bleiben

Marko Marin, kaum ist die Saison vorbei, flattern schon die Angebote von europäischen Topklubs auf Ihren Tisch...

Marko Marin: Das stimmt nicht. Wenn, dann flattern die Angebote auf den Tisch von meinem Berater.

In den vergangenen Tagen sind mit dem AC Mailand, Tottenham Hotspur und dem FC Liverpool drei namhafte Vereine mit Ihnen in Verbindung gebracht worden. Welche Klubs können Sie bestätigen?

Marko Marin: Die Tottenham Hotspur und der FC Liverpool haben bei meinem Berater angerufen und ihr Interesse bekundet. Aber konkrete Angebote gab es nicht.

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Ihr aktueller Vertrag mit Werder Bremen läuft im Sommer 2013 aus. Müssen sich die Werder-Fans Sorgen machen, dass Sie schon in der kommenden Saison nicht mehr in Bremen spielen?

Marko Marin: Nein, darüber muss sich niemand Gedanken machen. Denn ich habe gar nicht vor, im Sommer zu wechseln.

Nach dieser Saison gäbe es allerdings genügend Gründe, um Bremen zu verlassen. Tim Wiese brachte es auf den Punkt, als er von »einer Scheiß-Saison« sprach.

Marko Marin: Natürlich habe ich mir den Verlauf der Saison anders vorgestellt. Mit Werder Bremen spielt man eigentlich nicht bis zum 33. Spieltag gegen den Abstieg. Aber wir hatten auch einige schöne Momente.

Zum Beispiel?

Marko Marin: Für mich persönlich war die erste Saison in der Champions League ein absolutes Highlight. In meinem ersten Spiel gegen Tottenham habe ich gleich ein Tor gemacht. Auch in der Bundesliga waren nicht alle Spiele schlecht.

Dennoch: Der Abstiegskampf war in Bremen lange Zeit das beherrschende Thema. Welche Momente waren am Schlimmsten?

Marko Marin: Nach dem 0:4 beim Hamburger SV am 23. Spieltag war die Stimmung auf einem Tiefpunkt. Die Fans hielten unseren Mannschaftsbus an, alle Mitarbeiter im Verein waren unglaublich angespannt - viel gelacht wurde da nicht. Wir hatten ja auch keinen Grund dafür.

Woran haben Sie den Stress bei Ihrem Trainer Thomas Schaaf bemerkt - hat er noch grimmiger geschaut, als sonst?

Marko Marin: Noch grimmiger? (lacht) Spaß beiseite, wir Spieler haben das zu spüren bekommen, als die Videonalysen der Spiele deutlich intensiviert wurden.

Wie groß war der Druck, der auf den Spielern lastete?

Marko Marin: Der war enorm. Mit dieser Mannschaft absteigen - das war eigentlich im Bereich des Unmöglichen. Das musste verhindert werden, um jeden Preis! Als wir dann am vergangenen Samstag gegen Dortmund gewannen und der Klassenerhalt gesichert war, fiel uns allen ein Stein vom Herzen.

Ihnen persönlich hat man in dieser Spielzeit häufig vorgeworfen, zwar ein überaus talentierter Kreativ-, aber kein wirklicher Führungsspieler zu sein. Berechtigte Kritik?

Marko Marin: Niemand hat bei Werder Bremen erwartet, dass ich die Mannschaft anführe, oder den »aggressive leader« gebe. Ich bin 22 Jahre alt, das war erst meine zweite Saison bei Werder.

Wie sehr haben Sie Ihren kongenialen Partner aus der Vorsaison - Mesut Özil - vermisst?

Marko Marin: Sehr. Man hat ja gesehen, wie sehr er unserem Spiel gefehlt hat. Dafür hatten wir in dieser Saison andere, die einen sehr wichtigen Part gespielt haben. Tim Wiese, der uns mit seinen Paraden trotz der Abstiegssorgen in jedem Spiel Sicherheit gegeben hat. Und für mich als Offensivspieler war Claudio Pizarro einer der wichtigsten Spieler. Torgefährlich, immer anspielbereit, ein unglaublicher Athlet - für mich ist Claudio der beste Stürmer der Bundesliga.

Marko Marin, die Tottenham Hotspur spielen in der Weltstadt London, der FC Liverpool ist einer der berühmtesten Vereine der Welt - warum wollen Sie in Bremen bleiben?

Marko Marin: Ich mag den Verein, hier kann ich mich weiter entwickeln. Ich mag die Mannschaft, mit der ich in der neuen Saison wieder guten Fußball spielen will. Und ich mag die Stadt, wo sich meine Freundin und ich richtig wohl fühlen und wo die Menschen einfach unglaublich nett und verrückt nach Werder sind. Warum sollte ich Werder Bremen also im Sommer verlassen?

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