Marius Ebbers im Interview

„Wir halten die Klasse“

Aachen bereichert die Liga. Und das seit nunmehr 14 Spieltagen. Im Gespräch mit 11freunde.de erklärt Stürmer Marius Ebbers, warum die Alemannia der Ersten Bundesliga erhalten bleibt - und warum Frontzeck genauso gut wie Hecking ist. Imago

Wir haben den Eindruck, dass Marius Ebbers ein Stürmer ist, der sich in der Zweiten Bundesliga und in den unteren Ligen das Prädikat eines Torjägers verdient hat, in der Ersten Bundesliga bisher allerdings nur mäßig erfolgreich gewesen ist. Was sagst du dazu?

Ja, das ist richtig. In der Regionalliga und in der Zweiten Liga habe ich bewiesen, dass ich Tore schießen kann. Meine Quote in der Ersten Liga ist jedoch noch nicht so berauschend – sie könnte wahrlich besser sein.

Was ist von dir noch zu erwarten?

Ich spreche ungern über meine Stärken. Fußball ist ein Mannschaftssport. Und daher ist es fehl am Platze, sich selber stark zu reden. Das sollen lieber andere machen. Nur so viel: Wenn ich die Leistung abrufe, die ich abrufen kann, dann bin ich eine Verstärkung für diese Mannschaft.

Wenn du ungern deine Stärken hervorhebst, dann lässt du die Schwächen bestimmt auch lieber unerwähnt.

(lacht) Über die rede ich natürlich auch nicht so gerne.

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Seit zwei Wochen hast du deinen Stammplatz verloren. Dabei schien es doch, als würdest du dich in der Ersten Bundesliga etablieren können.

So würde ich es nicht formulieren, denn den Stammplatz habe ich nicht verloren. Es ist ja nicht so, dass ein neuer Trainer gekommen ist und mich aus dem Team genommen hat. Unter Frontzeck hatte ich auch diverse Male von Anfang an gespielt. Vor den letzten zwei Partien hat mir der Trainer mitgeteilt, dass er etwas anderes probieren möchte und mir eine Pause gönnt. Deswegen würde ich nicht behaupten, dass ich den Stammplatz verloren habe - ich habe ihn eher kurzzeitig abgegeben.

Und wann wirst du wieder von Beginn an auflaufen?

Im nächsten Spiel am kommenden Sonntag, schätze ich. Ganz einfach weil sich Sascha Rösler unglücklicherweise schwer verletzt hat und längere Zeit ausfallen wird. Aber unabhängig von Saschas Verletzung bin ich fest davon überzeugt, dass ich mich angeboten und zurückgekämpft hätte.

Ist das eine klare Ansage von Trainer Michael Frontzeck deine eigene Mutmaßung?

Eher letzteres. Zum einen gehe ich davon aus, dass wir das System nicht ändern. Und zum anderen habe ich bewiesen, dass man sich auf mich verlassen kann. Sollte der Trainer jedoch eine andere Idee bezüglich des Systems haben, weiß ich natürlich auch nicht, wie es um mich bestellt ist.

Hast du unter Dieter Hecking mehr Rückendeckung verspürt?

Die Kommunikation hat sich nicht großartig verändert: Frontzeck spricht viel mit mir und hat gesagt, dass er mir vertraut. Er weiß, was ich kann und dass ich für die Mannschaft wertvoll bin. Ich habe unter Frontzeck dasselbe gute Gefühl wie unter Hecking.

Merkt man Michael Frontzeck an, dass es seine erste Station als Cheftrainer ist?

Unabhängig von der Erfahrung hat jeder Trainer seine spezielle Art, wie er mit der Mannschaft umgeht. Dennoch hat sich Frontzeck schon ein wenig daran orientiert, was Hecking hinterlassen hat. Ist ja auch klar. Schließlich haben wir als Mannschaft gezeigt, dass wir eingespielt und eine eingeschworene Truppe sind. Daher gab es wenig Grund, viel umzuschmeißen. Und nun versucht Michael Frontzeck natürlich, seine Ideen noch mit einzubringen.

Und was ist charakteristisch für Frontzeck?

Er bewahrt Ruhe und lässt sich nicht von Außen reinreden. Selbstverständlich kann er richtig laut werden, wenn ihm gewisse Dinge nicht passen. Aber gerade nach einem schlechten Spiel ist er kein Typ, der den Kopf verliert, durchdreht und nur draufhaut. Ganz im Gegenteil: Er schaut immer nach vorne und ist sehr besonnen.

Ihr habt satte zwölf Punkte nach sieben Spieltagen gesammelt. Jetzt sind es dürftige 15 Punkte nach 14 Partien. Die Alemannia befindet sich im freien Fall.

Freier Fall ist übertrieben. Wir haben auch in den letzten sieben Spielen bewiesen, dass wir mithalten können. Ich denke da vor allem an die Partien gegen Bremen und in Dortmund. Nur ist die Punkteausbeute sicherlich nicht optimal. Wir haben jetzt noch drei Spiele vor der Winterpause, davon zwei Heimspiele – keine schlechten Karten, um uns ohne Störfeuer auf die Rückrunde vorbereiten zu können.

Ist das Team denn verunsichert nach der Negativserie?

Ganz sicher nicht. Wir haben doch gezeigt, dass wir guten Fußball spielen können. Die Niederlage in Berlin war sehr unglücklich. Es ist im Moment halt so, dass uns das berühmte Quäntchen Glück fehlt, um unsere Spiele erfolgreicher zu gestalten. Aber die Mannschaft weiß, dass sie in der Ersten Liga bestehen kann.

Warum werdet ihr die Klasse halten?

Weil wir mehr Punkte holen, als drei andere Mannschaften. Mindestens.

Und wirst du dir noch einen Namen machen in der Ersten Bundesliga?


Nein, das will ich gar nicht mehr. Ich bin zufrieden mit den zwei Toren, die ich geschossen habe. Das reicht vollkommen aus (lacht). Im Ernst: Natürlich möchte ich noch das ein oder andere Tor erzielen. Aber wichtiger ist mir, mit Aachen in der Ersten Bundesliga zu bleiben. Und wenn wir das schaffen, dann werden sich alle Beteiligten einen Namen gemacht haben. Letztes Jahr war es schon phantastisch, die Alemannia nach 36 Jahren wieder in die Bundesliga zu bringen. Das wollen wir jetzt durch den Klassenerhalt noch toppen.

Auf welchem Tabellenplatz landen die Kartoffelkäfer am Ende der Saison?


Wir werden alles dafür tun, zumindest den fünfzehnten Rang zu belegen. Aber die Saison ist noch zu jung für eine Prognose. Letztlich ist alles möglich. Und ich bin fest davon überzeugt, dass wir die Klasse halten.

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