14.02.2009

Mario Eggimann im Interview

»Ich bin dran«

Mario Eggimann war unumstrittener Abwehrchef beim KSC. Doch dann begann die Krise: Er wurde nicht für den Schweizer EM-Kader nominiert, bei seinem neuen Verein Hannover 96 saß er oft auf die Bank. Was nun, Herr Eggimann?

Interview: Daniel Wehner Bild: Imago
Herr Eggimann, pünktlich zum Rückrundenbeginn hat Hannover den zuvor abgeschafften  Mannschaftsrat wieder eingeführt, um die Hierarchien in der Mannschaft zu stärken, hieß es. Sind die Hierarchien jetzt klarer?

Eine gewisse Hierarchie war natürlich schon vorher in der Mannschaft. Letztlich sind auch die Spieler in den Mannschaftsrat gewählt worden, die an der Spitze der Hierarchie standen. Von da her war es keine Überraschung. Aber es ist gut, dass es ein Organ gibt, das zwischen Mannschaft und Trainer vermittelt. Wenn es Anregungen aus der Mannschaft gibt, dann ist das sicher eine nützliche Sache.



Was hat sich dadurch konkret geändert?


Es sind kleine Dinge, die innerhalb der Mannschaft passieren. Wenn der Trainer wissen will, wie sich die Mannschaft fühlt, was in der Mannschaft los ist, dann werden diese Spieler vermehrt einbezogen.

Hat das Auswirkungen auf das Geschehen auf dem Platz?

Nein, man darf auf dem Platz nicht mehr oder weniger Verantwortung tragen, nur weil man im  Mannschaftsrat ist. Jeder ist angewiesen, so viel Verantwortung wie möglich zu übernehmen. Schlussendlich kann man da nicht schauspielern: Entweder man übernimmt Verantwortung oder eben nicht.

Sie waren vorher Kapitän beim KSC. Welche Rolle spielen Sie in der Hannoveraner Mannschaftsordnung?

Ich bin noch nicht so lange da. Aber ich werde mich nach oben arbeiten. Hier bin ich bei einer Mannschaft, in der sehr viele Spieler schon sehr lange da sind. Daher ist die Hierarchie schon gegeben, und das ist gut so. Ich sollte nicht mit dem Kopf durch die Wand preschen, sondern mich einreihen und nach oben arbeiten.

Wen sehen Sie denn momentan in ihrer Mannschaft als Führungsspieler?

Wenn man den Kapitän und den Mannschaftsrat nimmt, hat man im Prinzip die Führungsspieler. Das sind Leute wie Enke, Balitsch oder auch Tarnat, der zwar nicht im Mannschaftsrat sitzt, aber natürlich über sehr große Erfahrung verfügt.

Es heißt, sie seien eher ein ruhiger Typ...


Ich bin nicht ruhig, ich bin besonnen, jemand der nachdenkt. Es gibt viele, die sprechen, bevor sie nachdenken, ich denke erst nach, bevor ich spreche. Und das hat nichts mit einem ruhigen Typ zu tun, sondern ich bin jemand, der überlegt ist. Und das ist ein Unterschied.

Haben es ruhige oder besonnene Charaktere schwerer als Führungsspieler?

Man braucht länger bis man sich durchgesetzt hat. Aber man wird akzeptiert. Ich hatte in Karlsruher einen sehr hohen Status. Daher sieht man, dass das möglich ist.

Nach dem 1:0-Sieg gegen Schalke 04 folgte ein 1:3 in Cottbus. Wie bewerten Sie diesen Rückrundenstart?

Wir haben den Sieg gegen Schalke sehr gebraucht, damit bei uns wieder etwas Ruhe und positive Stimmung einkehrt. Danach haben wir uns sehr viel vorgenommen gegen Cottbus. Schließlich ist die  Auswärtsserie von Hannover nicht gerade gut. Nur einen Punkt aus neun Spielen; diesen Bann galt es zu brechen. Unsere Erwartungen waren dementsprechend groß. Leider konnten wir ihnen nicht gerecht werden.

Gegen den VfB Stuttgart gibt es am Wochenende die Möglichkeit der Wiedergutmachung. Werden Sie von Beginn an spielen?

Ich gehe davon aus, ja.

Ihr Ex-Kollege Maik Franz hatte ein  besonderes Verhältnis zu Mario Gomez. Inwiefern ist das anstehende Duell für sie interessant?

Was zwischen Maik Franz und Mario Gomez ist, das ist ihre Sache. Das beeinflusst mich in keiner Weise. Mir ist diese Fede völlig egal. Hier geht’s um etwas anderes.

Um was geht es denn?

Die Vorbereitung auf einen guten Stürmer. Man stellt sich jede Woche auf die Stärken und Schwächen der Gegenspieler ein, sei es ein Mario Gomez oder ein anderer Stürmer. Mario Gomez ist ein sehr gefährlicher Stürmer,  immer für ein Tor gut, auch wenn er mal nicht so gut spielt. Er steht am richtigen Ort und macht das Richtige. Deshalb muss man bei ihm hellwach sein.

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