21.11.2009

Marek Lesniak über Tore gegen die Bayern

»Ich war schneller als Klose«

Vor 20 Jahren schoss Marek Lesniak Bayer Leverkusen zum letzten Sieg bei den Bayern. Wir sprachen mit der Schnauzbart-Legende über seinen Lieblingsgegner aus München, Podolski und Klose und die Kunst des Lauerns.

Interview: Johannes Ehrmann Bild: Imago
Herr Lesniak, Sie erzielten im Oktober 1989 den bis heute letzten Siegtreffer für Bayer Leverkusen in München. Hat Stefan Kießling Sie schon angerufen?

Leider noch nicht. (lacht) Aber vor einem Jahr habe ich zufällig vor dem Spiel Patrick Helmes im Restaurant getroffen und mich mit ihm unterhalten. Es hat aber leider wieder nicht geklappt mit einem Sieg.



Was haben Sie Helmes damals als Tipp mitgegeben?

Dass er sich 90 Minuten zurückhalten soll. Ein Ballkontakt kann reichen, um das Tor zu machen. So habe ich das damals bei unserem 1:0-Sieg in München auch gemacht. Manchmal reicht ein Torschuss...

Können Sie sich noch an Ihr Tor erinnern?

Die Vorarbeit kam von Christian Schreier und Andrzej Buncol. Ein langer Ball, ich stand im Sechzehner und habe das Ding aus der Drehung reingemacht. Mit dem rechten Fuß. Ich glaube, der Pass wurde vorher noch abgefälscht, der Ball fiel mir genau vor die Füße.

Nicht nur mit Leverkusen, auch mit Wattenscheid spielten sie sehr erfolgreich gegen die Bayern. 1993 haben Sie alle drei Tore beim 3:3 im Olympiastadion erzielt. Haben die Bayern Sie immer unterschätzt?

Ich glaube nicht. Schon bei meinem ersten Spiel gegen die Bayern habe ich ein Tor gemacht, wir spielten damals zu Hause 1:1. Dann das Siegtor in München, die drei Tore für Wattenscheid beim 3:3 im Olympiastadion, dazu noch der Fallrückzieher beim 2:0-Heimsieg, der »Tor des Monats« wurde. Es war alles andere als einfach, gegen die Bayern zu spielen. Aber ihre Spielweise kam mir entgegen.

Wie meinen Sie das?

Vor allem gegen Wattenscheid, aber auch gegen Leverkusen spielten die Bayern natürlich immer offensiv. Da konnte dann ein Pass reichen und ich lief alleine aufs Tor zu – ich war damals ziemlich schnell...

Sie haben in 213 Bundesligaspielen nur 42 Treffer erzielt. Warum ausgerechnet gegen die Bayern so viele und auch spektakuläre Tore?

Ich habe gegen Bayern schon eine unglaubliche Quote. Es kommt mir so vor, als hätte ich fast jedes Spiel gegen die getroffen. Ich hatte natürlich auch Glück. Der Fallrückzieher ging damals aus 16 Metern direkt über Aumann in den Giebel.

Haben die Bayern mal versucht, Sie nach München zu holen?

Da müssen Sie Uli Hoeneß fragen! (lacht) Angeblich gab es irgendwann mal Interesse, ich kann das aber nicht bestätigen. Ich passe irgendwie nicht nach Süddeutschland. Ich gehöre in den Ruhrpott, in den Westen.

Welches waren außer Bayern Ihre Lieblingsgegner?

Außer gegen München hat es mir gegen Schalke und Köln am meisten Spaß gemacht, weil es mit Wattenscheid und Leverkusen die brisantesten Derbys waren.

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