Marcus Mumford, der Wayne Rooney der Musik

»Fußball: Heimat der einsamen Männer«

Was haben Musik und Fußball gemeinsam? Eine ganze Menge, wie wir finden. Ab sofort ist unser neues Spezial »Fußball und Pop« im Handel. Darin u.a.: Ein Interview mit Marcus Mumford, Sänger der Folk-Rock-Band »Mumford & Sons«.

Joshua Black Wilson
Heft: #
Spezial Nr. 4

Marcus Mumford, Sie sind Sänger einer der momentan erfolgreichsten Bands weltweit, Ihr Album »Babel« wurde bei den diesjährigen Grammy Awards als »Album des Jahres« ausgezeichnet. Haben Sie als kleiner Junge immer nur von einer Karriere als Musiker geträumt?
Wo denken Sie hin? Ich bin doch ein Junge aus England! Natürlich wollte ich früher viel lieber Fußballer werden als Musiker. Das war immer mein großer Traum. Doch man kann leider nicht so tun, als sei man ein guter Fußballer. Immerhin kann man aber so tun, als sei man ein guter Musiker.

Also sind Sie ein miserabler Fußballer?
Ich bin ein miserabler Musiker! Im Ernst: Dass wir heute von unserer Musik leben können, empfinden wir als großes Glück.

Auf Ihrer Homepage listen Sie die drei Inspirationsquellen für Ihre Musik auf. Fußball steht an Nummer drei.
Fußball ist eine der letzten ganz großen Konstanten in meinem Leben. Wir reisen für unsere Auftritte durch die ganze Welt, und Fußball erinnert mich dabei immer wieder an zu Hause, an Wimbledon. Fußball und meine Frau – das sind die zwei Dinge, die mich erden. Ich informiere mich jeden Tag, was im Fußball so passiert und schaue nach den Spielen des AFC Wimbledon. Deswegen ist Touren in der Sommerpause auch so scheiße ...

Da bleibt dann nur Ihre Frau ...
Ja, und das reicht nicht aus! Ich bin wirklich traurig während der Sommerpause und fühle mich fast ein wenig verloren.

Wie erklären Sie sich diese Leidenschaft, die Sie mit Milliarden anderen Menschen teilen?
Kennen Sie das Buch »Fever Pitch«? Das Fantastische an Nick Hornby ist für mich, wie besessen er die Menschen zeigen kann, von Fußball, aber auch von Musik, wie in seinem zweiten Meisterwerk »High Fidelity«. Es gibt irgendwann einmal diesen klitzekleinen Stich in der Brust, man spürt ihn kaum, und dann kommt man davon einfach nicht mehr los. Keine Chance. Von Saison zu Saison zu Saison. Fußball ist die Heimat der einsamen Männer.

Wenn Sie in Amerika mit anderen Musikern zusammen sind: Gelten Sie dann dort als Freak wegen Ihrer Fußballobsession?
(lacht) Amis haben wirklich keinen Plan, was Fußball ist! Wir versuchen ständig, Ihnen unsere Faszination näherzubringen. Aber es ist ein wenig so, als wenn wir jemanden, der von Musik keine Ahnung hat, erklären sollen, wer »Mumford and Sons« sind. Aussichtslos! Man muss schon zu einem Konzert von uns kommen, um das zu verstehen. Und man muss eben auch ins Stadion gehen, um sich in Fußball zu verlieben...

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Das komplette Interview mit Marcus Mumford lest ihr im neuen 11FREUNDE-Spezial »Fußball und Pop«, das ab sofort im Handel erhältlich ist! Außerdem im Heft: Charly Dörfel über die größte Plattensammlung der Bundesliga, Portrait der legendären Oi!-Band »Cockney Rejects« und die wahre Geschichte über die Münchener Nobel-Disco »P1«.

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