28.05.2012

Marcel Pochert kämpft für das Stadion von Stahl Brandenburg

»Ein gutes Stück Brandenburg«

Es gibt Orte, die ihren Glanz nie verlieren, egal wie viel Schmutz man über ihnen entleert. Einer unter ihnen ist das Stadion am Quenz in Brandenburg. Wir sprachen mit dem Aktivisten der »IG Freunde des Stahlstadions« Marcel Pochert.

Interview: Julia Orso Bild: Imago

Marcel Pochert, bei seiner Einweihung 1955 wurde das Stadion am Quenz im Volksmund noch »Stadion der Aktivisten« genannt. Ein derzeit wieder passender Name, oder nicht?
Absolut, hier sind Aktivisten am Werk (lacht). Ursprünglich war es ja nur ein vorübergehender inoffizieller Name, da es nie eine richtige Einweihung gab. Die Straße der Aktivisten verlief zufällig am Stadion entlang. Später wurde es als »Stahlstadion« überregional bekannt. Erst in den Neunzigern wurde es in »Stadion am Quenz« umbenannt. Aber aus aktuellem Anlass ist dieser Name wieder sehr passend.

Anfang Mai 2012 bekam der FC Stahl die Nachricht der Stadtverwaltung, dass die Flutlichtmasten des Stahl- Stadions abgerissen werden sollen. Wie war Ihre erste Reaktion?
Zunächst war es ein Schock. Daraufhin war schnell klar, dass wir was tun müssen.

Sie haben daraufhin die »IG Freunde des Stahlstadions« gegründet.
Ja, relativ schnell haben Thomas Hilsenitz und ich uns zusammengefunden. Wir haben dann Kontakt zum Verein aufgenommen, mussten die Gespräche mit der Stadt abwarten, ob der Beschluss für den Abriss tatsächlich schon getroffen ist. Jetzt geht es richtig los.

Wen wollen Sie mobilisieren, um den Beschluss vorerst auf Eis zu legen?
In erster Linie die Oberbürgermeisterin und die Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung. Wir versorgen sie mit E- Mails und haben sie aufgefordert, das Thema in die Stadtverordnetenversammlung einzubringen. Die Forderung ist immer dieselbe: mehr Transparenz und Beleuchtung aller anderen Optionen.

Sie fechten den Abriss der Flutlichtmasten an. Gibt es auch Befürworter des Beschlusses?
Auf einer lokal sehr bekannten Internetplattform gab es regen Austausch über das Thema. Vereinzelt gab es da schon kritische Meinungen, die sagten, wenn die Kosten für den Unterhalt der Masten zu hoch sind, sollen sie lieber weg. Aber das sehen wir gelassen, denn genau solche Einwände können wir mit unseren Argumenten gut entkräften. Ansonsten hab ich noch niemanden klagen hören, dass er oder sie ein Problem mit den Masten hat. Warum auch.

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