23.03.2008
Marc van Bommel im Interview
»Ich bin nicht bösartig«
Mark van Bommel spielt bereits seine zweite Saison für die Bayern. Wäre Schwiegervater van Marwijk bald Nationaltrainer, spielte er auch wieder für die Elftal. Der Holländer über saure Milch, Kindererziehung und bedauernswerte Momente.
Gratulation zum Einzug ins Pokalfinale, Herr van Bommel.
Danke, aber das musste auch so sein. Bayern kann nicht drei Mal hintereinander verlieren, noch einmal nach Anderlecht, nach Cottbus. Eine gute Mannschaft verliert nie drei Mal. Jetzt will ich aber nicht sagen, dass wir eine gute Mannschaft sind.
Warum nicht?
Dieser Truppe fehlt Erfolg. Titel. Dadurch kann man wachsen. Wir haben noch nichts gewonnen, außer dem Ligapokal.
Das wievielte Pokalfinale wird es für Sie sein?
Das dritte. Zwei in Holland, beide mit dem PSV Eindhoven, eins 4:0 gewonnen, eins im Elfmeterschießen verloren.
Und Sie? Auch verschossen?
Verwandelt. Glücklich. Aber der Pokal ist in Holland eine Nebensache, hier lebt er viel mehr.
Eine gewisse Erleichterung hat man Ihnen angemerkt, als Sie Miroslav Klose zu seinem Tor gratulierten.
Ich freue mich für ihn. Super. Er hatte sich schon ein paar Gedanken gemacht, als alle fragten: Was ist los? Warum schießt er kein Tor mehr?
Es scheint, als sei Klose anfällig für solche Stimmungsschwankungen.
Nein. Ein Stürmer ist viel feinfühliger als ein Mittelfeldspieler. Ich hab in der Saison auch nur einmal in der Liga getroffen, das ist sehr wenig für mich. Entscheidend ist, dass die Mannschaft gewinnt. Wenn man älter wird, ist ein Tor nicht mehr gar so wichtig, als ich jünger war, war ich richtig scharf drauf. Für den Stürmer ist das anders: Er wird nur gemessen an den Toren. Hat er ein ganz schlechtes Spiel gemacht und trifft, hat er gut gespielt. Aber Miro spielt sein eigenes, ein soziales Spiel. Wenn er vor dem Tor steht, guckt er noch, ob ein anderer besser steht. Das ist auch eine Qualität, aber er muss einfach mehr schießen. Haben Sie das Training in den letzten Tagen gesehen? Einige Bälle hab’ ich ihm an der Torlinie quergelegt, damit er ihn reinschieben kann. Schieß rein! Nur damit er dieses Gefühl wieder bekommt.
Kann es sein, dass der Schatten von Luca Toni zu groß ist, weil Toni immer die zentrale Position behauptet?
Das sind zwei verschiedene Spielertypen. Luca ist nur fokussiert auf das Tor, er steht in der Mitte, Miro läuft mehr für die Mannschaft. Er verliert auch viel Energie dadurch, die ihm vielleicht manchmal fehlt vor dem Tor.
Sie sind befreundet. Sie fahren auch in den Urlaub zusammen.
Im Winter waren wir in Dubai. Die Frauen verstehen sich, wir haben Kinder im gleichen Alter, er zwei, ich drei, das passt gut. Aber diese ganze Truppe jetzt versteht sich gut, hat einen ähnlichen Humor. Von Anfang an war es in dieser Saison sehr lustig in der Kabine. Es erinnert mich ein bisschen an meine Mannschaft von 2005, an Eindhoven, da waren wir auch Meister, Pokalsieger und sind erst im Halbfinale der Champions League gegen Milan ausgeschieden. Wir haben auch hier keine Grüppchenbildung. Natürlich sitzen die Brasilianer an einem Tisch, die Deutschen, und ich schwimme so dazwischen durch.
Als der FC Barcelona, der Klub, von dem Sie 2006 nach nur einem Jahr ...
...und nach dem Gewinn der Champions League ...
...nach München wechselten, jüngst eine Krise hatte, hieß es dort, es fehle vielleicht so ein Spielertyp wie Sie. In dem ganzen kreativen Gekreisel fehle einer, der dahinter die Dinge ordnet.
Zufällig hat zu der Zeit der Zeugwart angerufen. Hat gesagt: Seit du weg bist, haben wir nichts mehr gewonnen! Es war ein Spaß von ihm.
Danke, aber das musste auch so sein. Bayern kann nicht drei Mal hintereinander verlieren, noch einmal nach Anderlecht, nach Cottbus. Eine gute Mannschaft verliert nie drei Mal. Jetzt will ich aber nicht sagen, dass wir eine gute Mannschaft sind.
Warum nicht?
Dieser Truppe fehlt Erfolg. Titel. Dadurch kann man wachsen. Wir haben noch nichts gewonnen, außer dem Ligapokal.
Das wievielte Pokalfinale wird es für Sie sein?
Das dritte. Zwei in Holland, beide mit dem PSV Eindhoven, eins 4:0 gewonnen, eins im Elfmeterschießen verloren.
Und Sie? Auch verschossen?
Verwandelt. Glücklich. Aber der Pokal ist in Holland eine Nebensache, hier lebt er viel mehr.
Eine gewisse Erleichterung hat man Ihnen angemerkt, als Sie Miroslav Klose zu seinem Tor gratulierten.
Ich freue mich für ihn. Super. Er hatte sich schon ein paar Gedanken gemacht, als alle fragten: Was ist los? Warum schießt er kein Tor mehr?
Es scheint, als sei Klose anfällig für solche Stimmungsschwankungen.
Nein. Ein Stürmer ist viel feinfühliger als ein Mittelfeldspieler. Ich hab in der Saison auch nur einmal in der Liga getroffen, das ist sehr wenig für mich. Entscheidend ist, dass die Mannschaft gewinnt. Wenn man älter wird, ist ein Tor nicht mehr gar so wichtig, als ich jünger war, war ich richtig scharf drauf. Für den Stürmer ist das anders: Er wird nur gemessen an den Toren. Hat er ein ganz schlechtes Spiel gemacht und trifft, hat er gut gespielt. Aber Miro spielt sein eigenes, ein soziales Spiel. Wenn er vor dem Tor steht, guckt er noch, ob ein anderer besser steht. Das ist auch eine Qualität, aber er muss einfach mehr schießen. Haben Sie das Training in den letzten Tagen gesehen? Einige Bälle hab’ ich ihm an der Torlinie quergelegt, damit er ihn reinschieben kann. Schieß rein! Nur damit er dieses Gefühl wieder bekommt.
Kann es sein, dass der Schatten von Luca Toni zu groß ist, weil Toni immer die zentrale Position behauptet?
Das sind zwei verschiedene Spielertypen. Luca ist nur fokussiert auf das Tor, er steht in der Mitte, Miro läuft mehr für die Mannschaft. Er verliert auch viel Energie dadurch, die ihm vielleicht manchmal fehlt vor dem Tor.
Sie sind befreundet. Sie fahren auch in den Urlaub zusammen.
Im Winter waren wir in Dubai. Die Frauen verstehen sich, wir haben Kinder im gleichen Alter, er zwei, ich drei, das passt gut. Aber diese ganze Truppe jetzt versteht sich gut, hat einen ähnlichen Humor. Von Anfang an war es in dieser Saison sehr lustig in der Kabine. Es erinnert mich ein bisschen an meine Mannschaft von 2005, an Eindhoven, da waren wir auch Meister, Pokalsieger und sind erst im Halbfinale der Champions League gegen Milan ausgeschieden. Wir haben auch hier keine Grüppchenbildung. Natürlich sitzen die Brasilianer an einem Tisch, die Deutschen, und ich schwimme so dazwischen durch.
Als der FC Barcelona, der Klub, von dem Sie 2006 nach nur einem Jahr ...
...und nach dem Gewinn der Champions League ...
...nach München wechselten, jüngst eine Krise hatte, hieß es dort, es fehle vielleicht so ein Spielertyp wie Sie. In dem ganzen kreativen Gekreisel fehle einer, der dahinter die Dinge ordnet.
Zufällig hat zu der Zeit der Zeugwart angerufen. Hat gesagt: Seit du weg bist, haben wir nichts mehr gewonnen! Es war ein Spaß von ihm.



