Marc Arnold über Dortmund-Hertha

»Scheinbar ausweglos«

Der frühere BVB- und Hertha-Profi Marc Arnold ist heute sportlicher Leiter in Braunschweig. Hier erinnert er sich an die Saison 1997/98, als Hertha schon einmal auf dem letzten Platz stand – und schöpft daraus Hoffnung.   Marc Arnold über Dortmund-Hertha

Herr Arnold, wo erwischen wir Sie gerade?

In Braunschweig in meinem Büro. Ich bin seit 2008 Sportlicher Leiter bei Eintracht Braunschweig.

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In der Saison 1997/98 waren Sie Teil jener Hertha-Mannschaft, die nach elf Spieltagen auf dem letzten Tabellenplatz stand. Erinnert Sie Herthas derzeitige Situation an damals?

Vom Tabellenplatz her ist es natürlich ähnlich. Aber ich glaube, der entscheidende Unterschied ist, dass wir als Aufstiegsmannschaft mehr Kredit bei den Zuschauern hatten. Hertha spielt schon jetzt gegen das eigene Publikum.

Elf Spiele, nur ein Sieg. Wie entkommt man diesem Abwärtssog?

Nur durch Erfolgserlebnisse. Bei uns war es das Spiel gegen den KSC, danach sind wir fünf Spiele in Folge ungeschlagen geblieben. 

Was ist vor diesem KSC-Spiel in den Köpfen der Spieler passiert?

Ein Schlüsselerlebnis für uns war der Tag, an dem Jürgen Röber vom Aufsichtsrat ins Hotel Esplanade zitiert wurde. Es gab einen Riesen-Medienrummel, unser Trainer wurde regelrecht vorgeführt. Da haben wir uns als Mannschaft hinterfragt, es gab eine Trotzreaktion.

Was hat dieser Trotz bewirkt? 

Wir sind enger zusammengerückt. Natürlich hatten wir aber auch einige Charakterköpfe, die die Mannschaft geführt haben.

Nun muss Hertha nach Dortmund, wo Sie früher auch selbst gespielt haben. Glauben Sie, dass Hertha im Westfalenstadion die Wende schaffen kann?

Auf den ersten Blick erscheint das unmöglich. Aber manchmal ist es eben diese scheinbare Ausweglosigkeit, die den entscheidenden Schub geben kann.

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