30.04.2013

Marc Arnold über Braunschweigs Weg ins Oberhaus

»Hauptsache Aufstieg!«

Nach 28 Jahren ist Eintracht Braunschweig wieder erstklassig. Wir sprachen mit dem sportlichen Leiter Marc Arnold über Aufstiegszigarren, einen neuen Superstar und unpassende Fürth-Vergleiche.

Interview: Tobias Ahrens Bild: Imago

Marc Arnold, haben sie den Aufstiegs-Brummschädel langsam verkraftet?
Es geht langsam wieder, auch wenn die letzten Tage schon sehr feucht-fröhlich waren.

Bekam Damir Vrancic eine ordentliche Schelte, als er am Freitag in der Nachspielzeit zum 1:0 in Ingolstadt traf? Der Aufstieg im eigenen Stadion, wie es Hertha BSC erlebte, wäre doch sicherlich schöner gewesen.
Völlig egal, Hauptsache Aufstieg! Uns war es sehr wichtig, dass wir dieses Ziel schnellstmöglich umsetzen. Gegen den sensationell getretenen Freistoß hatten wir also nichts einzuwenden. Gerade, da wir über die Saison hinweg schon so lange mit dem Aufstieg konfrontiert wurden.

Erinnern Sie sich noch an die ersten Minuten nach dem Schlusspfiff?
Die Jungs sind übereinander hergefallen. Wem ich da als erstes umarmt habe, weiß ich gar nicht mehr.

Keine einsame Aufstiegszigarre nach dem Abpfiff?
Zwei Stunden nach dem Spiel habe ich eine im Spielertunnel genossen. Da trockneten langsam auch meine Klamotten von den Sekt- und Bierduschen.

Wie ging es danach weiter?
Wir hatten im kleinen Kreis abends in Nürnberg gefeiert, da die Rückreise sinnlos gewesen wäre. Samstag erwarteten uns die zahlreichen Fans bei strömenden Regen im Stadion. Ich glaube, den Empfang hatten wir uns so nicht ausgerechnet. Am Montag war dann natürlich trainingsfrei.

Wird die Aufstiegsmannschaft jetzt eigentlich mit der legendären Breitner-Truppe verglichen?
Eher mit der Meistermannschaft von 1966/67, die ebenfalls ohne die ganz großen Namen auskam. Das betrifft auch die sonstigen Eigenschaften und Spielertypen der beiden Teams.

Hat aus dieser Meistermannschaft schon jemand persönlich gratuliert?
Da wird sicherlich die ein oder andere E-Mail ihren Weg in die Pressestelle gefunden haben. Aber beim nächsten Heimspiel gegen Cottbus wird es genügend Gelegenheit geben, um das persönlich nachzuholen.

Sie sind als Herbstmeister in die Rückrunde gestartet und ließen sich kurz darauf von Hertha BSC die Tabellenführung nehmen. Wann war Ihnen trotzdem klar, dass Sie aufsteigen?
Das an einem Moment festzumachen, ist sehr schwierig. Wir hatten die ersten fünf Saisonspiele, auch gegen namhafte Gegner, gewonnen und standen seit dem zweiten Spieltag auf einem Aufstiegsplatz. Wir sind weder durch Verletzungen, Winterpause oder Niederlagen langfristig aus der Bahn geworfen worden. Am ehesten hat der 1:0-Sieg in Bochum im März, nach drei sieglosen Spielen in Folge, die Aufstiegshoffnungen wiederbelebt.

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