Manni Schwabl über das Phantomtor

»Ich war wie in Trance«

Manni Schwabl stand am Pfosten, als Thomas Helmer das legendäre Phantomtor erzielte. Das Wiederholungsspiel verloren seine Nürnberger 0:5 gegen die Bayern. Hier erinnert er sich. Manni Schwabl über das Phantomtor

Herr Schwabl, wo erwischen wir Sie gerade?

In meinem Büro in Holzkirchen. Ich verwalte Immobilien von mir und meiner Familie und entwickle Projekte für eine große Firma.

Sie wurden Ende 2008 wegen Insolvenzverschleppung zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Hängt Ihnen dieser Image-Schaden noch immer nach?

So dramatisch, wie das damals dargestellt wurde, war das alles gar nicht. Das Verfahren hat mich nicht aus der Bahn geworfen.

Am 23. April 1994 erzielte der Münchner Thomas Helmer im Spiel gegen Nürnberg das legendäre Phantomtor. Wie haben Sie das Nicht-Tor gegen Ihre Mannschaft erlebt?

Ich stand am anderen Pfosten. Und als Helmer vorbei geschossen hatte, bin ich sofort ganz normal aus dem Strafraum gelaufen. Dann legt sich Andreas Köpke den Ball zum Abstoß hin und plötzlich jubelt das ganze Stadion, weil der Schiedsrichter auf den Mittelkreis zeigt. Ich konnte es nicht glauben, war danach wie in Trance.

Sie scheiterten in dem Spiel mit einem Elfmeter an Raimond Aumann, die Bayern gewannen die Partie, Nürnberg legte Protest ein, wurde im Wiederholungsspiel mit 5:0 zerlegt und stieg am Ende aufgrund des schlechteren Torverhältnisses ab. Hatten Sie damals den Klassenerhalt auf dem Fuß?

Damit macht man es sich zu einfach. Wir haben einfach eine ganz schlechte Saison gespielt. Und das Phantomtor war eigentlich nur der passende Höhepunkt dieser Spielzeit.

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