02.02.2014

Manni Burgsmüller über Blutgrätschen und die Karriere danach

»Football ist ein geiles Spiel!«

Manni Burgsmüller, der alte Fuchs, hat Hunderte von Verteidigern verarscht. Und weil es denen nie so recht gelang, sich mit Blutgrätschen zu rächen, spielte er fast bis zum Greisenalter. Wir sprachen mit ihm über seine fast unendliche Karriere und seine Erfahrungen beim American Football.

Interview: Peter Wagner Bild: imago

Manni Burgsmüller, Sie haben bei Dortmund in einer Saison sogar 27 Tore geschossen, wurden aber nie Torschützenkönig.
Es war immer einer besser als ich, ja. (lacht)

Zur falschen Zeit gespielt vielleicht?
Ich habe meiner Mama schon mal den Vorwurf gemacht, dass sie mich zu früh zur Welt gebracht hat. Warum nicht 30 Jahre später? (lacht)

Aber Sie können trotzdem zufrieden sein mit Ihrer Karriere.
Ja natürlich, das war eine schöne Zeit. Außerdem ist der Fußball so kommerziell geworden, die Spieler verdienen auch dementsprechend mehr Geld. Ich weiß gar nicht, ob mir das noch so gefallen würde. Denn ob die eine bessere Qualität haben oder nicht, da kann man hier und da mal zweifeln. Aber nun gut, das ist halt so.

Sie sind ein BVB-Urgestein. Was ist Ihrer Meinung nach der große Unterschied zwischen dem Wirtschaftsunternehmen Borussia Dortmund von heute und dem westfälischen Arbeitsverein von früher?
Diese Wandlung geschah ja nicht nur bei Borussia Dortmund, das ist mehr oder weniger in allen Vereinen passiert, der Fortschritt lässt sich nicht aufhalten. Der Fußball wird regiert vom Geld. Borussia Dortmund war damals ja auch nie beschaulich. Ich würde mal sagen, es war immer ein Klub, der sehr lebendig war, wo viel los war. Das es jetzt so weit kam, ist ein Zeichen der Zeit. Der Fußball ist richtig kommerziell geworden, und dem muss man sich unterordnen.

Sie spielten damals mit Leuten wie Raducanu, Zorc oder Huber. Waren das auch andere Typen?
Das waren alles bodenständige Leute, zum Teil aus der näheren Umgebung, bis auf Raducanu, der damals mehr oder weniger unser einziger Ausländer war.

Hätten Sie Michael Zorc früher zugetraut, dass er mal Manager wird?
Ja, warum nicht? Wenn er in diese Geschichte rein wächst, dann ist das kein Thema. Er kennt den Fußball, er kennt den Sport. Und er kennt die Dinge, die in einem Verein passieren können, wenn er richtig aufgepasst hat während seiner Aktiven Zeit. Und das hat er. Also ist er jetzt halt für den sportlichen Bereich zuständig.

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