25.01.2010

Manni Breuckmann über das Revierderby

»Es brodelte in mir«

Für viele ist er »die Stimme des Ruhrgebiets«, wohl keiner hat für den Hörfunk öfter das Revierderby moderiert als er: Manni Breuckmann. Im Interview spricht er über sein schönstes Derby, die Ultras und Farfans Schuhe.

Interview: Ron Ulrich Bild: Imago
Was war denn Ihr schönstes Derby?

(wie aus der Pistole geschossen) Das war am 15. August 1993. Schalke hat gewonnen durch ein Tor von Youri Mulder in der 79. Minute. Nach diesem Spiel habe ich nämlich meine jetzige Frau kennengelernt, das heißt: näher kennengelernt. Sie arbeitete auch beim WDR und ich habe sie an diesem Tag zur Reportage mitgenommen.

Wie war Ihr erstes Derby?


Ich weiß ganz genau, dass ich eins gesehen habe im Stadion Rote Erde Ende der sechziger Jahre. Ich hatte bei dem Spiel zwischenzeitlich meinen Platz in der Nordkurve verlassen, weil ich pinkeln musste. Folglich habe ich nicht mehr viel von dem Spiel gesehen, da ich 80 Minuten hinter einer wabernden Menschenmasse stand. Es ging unentschieden aus.

Wie sehr viele Derbys.

Ja, gerade um die Jahrtausendwende gab es viele Derbys, bei denen sich das große Ballyhoo, das vorher veranstaltet wurde, in Luft auflöste. Da hing man sich einfach an irgendwelchen  Geschichten auf und dann kam ein richtiges Luschenderby heraus.

In dieser Phase blieb Schalke sieben Jahre gegen den BVB unbesiegt. Nach dem angesprochenen Spiel von 2004 waren es dann sogar einmal 1904 Tage ohne Derbyniederlage. Jedem klingt Ihr Spruch noch in den Ohren: »An Weihnachten werden sich die Enkelkinder um den Großvater scharen, um sich erzählen zu lassen, wie es denn so war, als Dortmund das letzte Mal Schalke geschlagen hat.«

Das war schon sehr hämisch und ein Spruch, der eine Zeit lang auf Schalke herumgeisterte. Da werde ich aus der schwarz-gelben Ecke immer noch drauf angesprochen, obwohl es schon seit längerer Zeit nicht mehr aktuell ist.

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