Manni Breuckmann ist wieder da!

»Schauspielen kann ich«

Eigentlich hatte Manni Breuckmann 2008 das Mikro an den Nagel gehängt. Doch der große alte Mann der Radioreportage kehrt zurück. Wenn auch nur in hübsch verpackten Konserven. Wir sprachen mit ihm über sein Comeback. Manni Breuckmann ist wieder da!

Manni Breuckmann, Sie haben der neuen Ausgabe der »FIFA«-Videospielreihe gemeinsam mit Frank Buschmann Ihre Stimme geliehen. Warum diese plötzlich Rückkehr ans Mikrophon?

Das ist ja keine Rückkehr ans Mikro. Eine Rückkehr wäre es, wenn ich zu Sky oder den Öffentlich-Rechtlichen gehen würde und dort plötzlich wieder Spiele kommentiere würde.

Aber eine solche Rückkehr schließen Sie aus?

Dass ich nochmal in dem gleichen Stil Spiele kommentiere, wie ich es lange Zeit gemacht habe, schließe ich aus, ja.

Jetzt haben Sie nach Jahren des Live-Kommentars einer Fußball-Simulation Ihre Stimme geliehen. Eine neue Erfahrung?

Diese Arbeit war etwas völlig anderes. Ich habe keine Spielzüge vor meinem Auge gesehen, sondern Spielszenen auf einem Platt Papier. »Flanke von der rechten Seite. Wunderschöner Kopfball. Tor.« Diesen Spielzug, habe ich dann sechs oder sieben mal in verschiedenen Variationen gesehen. Drei Variationen waren vorgegeben, den Rest muss ich mir ausdenken.

Sie haben also nicht eine einzige Spielszene auf dem Bildschirm gesehen?

Nein, gar nichts.

Wie schafft man es dann eine Stimmung zu simulieren, die man sonst live im Stadion mitbekommt?

Da ist natürlich schauspielerisches Talent gefragt. Mir ist es aber noch nie schwer gefallen auf Anhieb Stimmung zu erzeugen. In Talkshows werde ich beispielsweise oft gebeten legendäre Tore der Fußballhistorie aus dem Kopf zu kommentieren. Nach all den Jahren ist das kein Problem mehr für mich.

Ständig gleiche Spielzüge oder Standardphrasen zu wiederholen macht sicherlich nicht so viel Spaß, wie ein Spiel im Stadion. Was war sonst noch richtig nervig bei den Aufnahmen im Studio?

 
Wirklich anstrengend war es, hunderte von Spielernamen in verschiedenen Lautstärken zu wiederholen. 50 Namen aus der spanischen Liga erst leise und dann laut. »INIESTA! XAVI!« Das schlägt natürlich auf die Stimme.



In diesem Spiel kommen traditionell zwei Kommentatoren zum Einsatz. Wie war die Zusammenarbeit mit Frank Buschmann?

Ich kenne Frank Buschmann schon eine ganze Weile, was die Zusammenarbeit erleichtert hat. Man will die Szenen originell kommentieren, ab und zu einen kleinen Gag machen, so dass es nicht langweilig wird, da konnten wir uns schon gegenseitig befruchten. Frank Buschmann ist im Gegensatz zu mir schon etwas lauter. Er ist so »en Lauten«, wie man im Ruhrgebiet sagt. Sehr engagiert und belebend. Aber wenn ein Fußballkommentar nur originell und witzig ist, geht einem das schon ziemlich schnell auf den Senkel. Das wollten wir auch vermeiden und ist uns wohl auch ganz gut gelungen.

Die Co-Kommentatoren während Live-Übertragungen haben sich in Deutschland, im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern, nicht durchgesetzen können. Warum eigentlich?

Das ist der langen Tradition des Einzel-Kommentators in Deutschland geschuldet. Wir hatten zwar phasenweise diese Form des Co-Kommentars, was sich aber einfach nicht durchgesetzt hat. Ich erinnere mich an die WM 1990, wo Rummenigge neben Rubenbauer saß und ab und zu seinen Senf dazu gab. Ich persönlich brauche das nicht. Hin und wieder ertappe ich mich selbst dabei, wie ich den Kommentar-Ton eines Spiels ausschalte.

Der typische Computerspieler entspricht nicht gerade ihrer vorherigen Zielgruppe aus WDR-Zeiten. Prallen da nicht zwei Welten aufeinander?

Natürlich marschiere ich da auf eine völlig neue Zielgruppe los, die mich teilweise gar nicht kennt. Eine Reaktion im Internet war beispielsweise »Ah super, dass es jetzt neue Kommentatoren gibt. Frank Buschmann kenn' ich ja vom Basketball und `Schlag den Raab´, aber diesen anderen Typ kenn' ich überhaupt nicht.« Woher soll mich auch ein Sechzehnjähriger kennen? Der hört kein Radio oder schaut kein Doppelpass. Diese Generation hat vollkommen andere Seh- und Hörgewohnheiten. Insofern ist es auch mal ganz nett, in ganz andere Bereiche vorzustoßen und zu schauen, wie man dort wirkt.

Keine Angst vor einem Generationskonflikt?


Ein Generationskonflikt macht sich ja daran fest, wie alt man in der Birne ist und nicht wie alt man auf seinem Pass ist. Ich bin ja kein verknöcherter alter Typ, somit ist das gar kein Thema für mich.

Steht denn schon eine Konsole bei Ihnen zu Hause auf der Sie in Ihrer Freizeit Schalke gegen Dortmund spielen können?

Bisher hab ich nicht gespielt, nein. Ich gehöre ja nicht wirklich zur Generation der Videospieler. Aber wenn das Spiel erscheint, werde ich mich wohl oder übel mal anlernen lassen müssen.

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