Maik Franz übers Kochen

»Ich liebe Schnitzel mit Erbsen«

Fußballer reden am liebstenüber: Fußball. So lautet jedenfalls das Klischee. Dabei gibt es etliche Profis, die abseits des Platzes auch andere Dinge tun. Wir sprachen mit Frankfurts Maik Franz über sein liebstes Hobby: Kochen.

Best of 2010: Maik Franz übers Kochen

Maik Franz, der britische Schriftsteller Robert Burton sagte einmal: »Köche sind Gentlemen.« Wie sehen Sie das?
Es ist so, dass man übers Kochen viel über andere Kulturen erfährt. Deshalb bin ich auch stets sehr neugierig, wenn mir jemand von neuen Gerichten erzählt. Im Restaurant bin ich offen für alles – ich esse sehr gerne spanische Gerichte, Tapas etwa, und ich liebe die asiatische Küche. Thailändisch oder Sushi – ganz wunderbar. 


Ihr Lieblingsgericht klingt aber recht banal: Schnitzel.
Das stimmt. Ich muss mir deswegen auch häufiger Sprüche von meinen Freunden anhören. Nach dem Motto: »Der Gourmetkoch isst Schnitzel?« Dieses Gericht schmeckt mir aber einfach. Zudem löst es so viele Erinnerungen aus. Wenn ich nach Hause komme und mein Vater Schnitzel mit Erbsen und Kartoffelbrei zubereitet – alles selbstgemacht natürlich –, sind all die Bilder, Gerüche und Geschmäcker der Kindheit wieder präsent.

Wann ging das mit Ihrer Kochleidenschaft los?
Alles begann während meiner Zeit beim KSC. Damals organisierte Thomas Kies einen Kochkurs für die Mannschaft, letztlich nahmen etwa zehn Leute teil. Foertan gingen wir jeden Dienstag zu dem Kurs, und was viele  vorher nicht gedacht hatten: es machte unglaublich viel Spaß. Ich muss allerdings auch sagen, dass ich seitdem zwar sehr gerne koche, aber bei weitem nicht so talentiert bin wie etwa meine Freundin.

Obwohl Sie sogar mal mit Johann Lafer gekocht haben.
Wir hatten im Rahmen dieses Kurses zwei Termine mit Johann Lafer. Danach haben wir uns noch  zwei- dreimal getroffen, um seine Rezepte auszuprobieren. Die Ergebnisse habe ich auf meiner Homepage dokumentiert.

Was hat Sie das Treffen mit Johann Lafer gelehrt?
Beim ersten Treffen war ich einfach nur fasziniert von der Leichtigkeit, mit der Johann Lafer seine Gerichte komponiert. Später haben Christian Eichner, Michael Mutzel und ich noch einmal seine Kochschule besucht. Dort habe ich gemerkt, dass es viele Gewürze und Zutaten zum Verfeinern gibt, die ich bis dato gar nicht kannte.

Ist Kochen auf so einem Level nicht auch viel komplexer, als man vorher annimt?
Durchaus. Wenn ich zu Hause versuche, mit einer ähnlichen Leichtigkeit zu starten, scheitert das meistens schon an den Zutaten. Ich habe eben nicht immer alles da, irgendwas fehlt fast immer – und dann muss man noch einmal in den Supermarkt.

Kochen Sie nur nach Rezept?
Meine Freundin hat ein paar Gerichte im Kopf, ich muss aber stets nach Rezept kochen. Aber es gibt ja genügend gute Bücher: Ich mag das Buch von dem Jamie Oliver ganz gerne, auch Johann Lafers Kochbuch gefällt mir.

Sie sind in Halberstadt aufgewachsen. Hat Sie Ihre Herkunft in Bezug aufs Kochen geprägt?
Für mein Kochhobby hat mich meine Zeit in Karlsruhe stärker geprägt. In Baden und im nahe gelegenen Elsass wird bekanntlich sehr viel Wert auf gutes Essen gelegt. In den drei Jahren habe ich sehr viel über gutes und  schlechtes Essen gelernt, und achte ich auch sehr darauf, in welche Restaurants ich gehe. Daher kann es sein, dassn manche Besuche mit hohen Rechnungen enden – doch das ist  ein Luxus, den ich mir gerne gönne. Ich liebe es, mit einem Gefühl nach Hause zu gehen, dass man mit Freunden und Bekannten ein gutes Essen hatte – Kochen und Essen hat ja auch immer etwas Gemeinschaftliches.

Und heute essen Sie keine Burger mehr?
Nun ja, gelegentlich geht auch Fast Food. Kann man ja auch gut selber machen. Kann ich jedenfalls besser als Risotto. Das ist mir vor einiger Zeit sehr misslungen – das sieht so einfach aus, ist aber alles andere als einfach zu kochen.

Bekochen Sie eigentlich auch Ihre Mitspieler?
Gelegentlich, klar. Eigentlich hätte es in diesem Sommer ein großes Essen mit Ioannis Amanatidis geben sollen. Wir vereinbarten vor der letzten Saison, dass ich für ihn griechisch koche, wenn er zweistellig treffen würde. Doch er verletzte sich – und machte nur acht Spiele und drei Tore.

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