21.04.2011

Lukas Podolski im 11FREUNDE-Interview (#2)

»Ich will ein guter Junge sein«

Im zweiten Teil des großen Interviews mit 11FREUNDE, spricht Lukas Podolski über sein Verhältnis zu Jürgen Klinsmann, seine Rückkehr nach Köln und seinen Hoffnungen für die Zukunft.

Interview: Tim Jürgens Bild: Imago


Die größte menschliche Enttäuschung Ihrer Fußballkarriere?

Lukas Podolski: Kein Kommentar. 


Dabei kamen Sie mit Klinsmann bei der WM 2006 doch sehr gut zurecht.

Lukas Podolski: Ich hatte ein sehr gutes Verhältnis – zu ihm und zu Jogi Löw. Ich habe mich auch gefreut, als ich hörte, dass er zu Bayern kommt. Aber dann gleich im ersten Gespräch so etwas zu hören, da habe ich mich schon gefragt: »Was ist denn da passiert?«


Was bedeuten Ihnen unter dieser Voraussetzung die Titel, die Sie aus München mitgebracht haben?

Lukas Podolski: Ich freue mich natürlich über diese Titel, da es eine tolle Erfahrung war, aber sie haben mich als Mensch nicht großartig verändert.


Als Klinsmann entlassen wurde, hat es unter Jupp Heynckes für Sie wesentlich besser geklappt. Sie machten am Ende der Saison sieben Spiele in Folge.

Lukas Podolski: Mit ihm konnte ich mich sehr gut unterhalten und austauschen. Er hat mich stark geredet, er hat Vertrauen in mich gesetzt, meine Stärken hervorgehoben.


Die Führung durch den Trainer ist eben wichtig für Sie.

Lukas Podolski: Das braucht aus meiner Sicht doch jeder. Wenn Sie jetzt zurückkommen und Ihr Chef sagt: »Was hast Du da für ein langweiliges Interview mit dem Podolski gemacht?«, sagen Sie auch nicht: »Was habe ich bloß für einen angenehmen und verständnisvollen Chef?«

Sie hatten nach der WM 2010 etliche Angebote, auch von internationen Top-Klubs.

Lukas Podolski: Aber damit habe ich mich nicht konkret beschäftigt.


Welcher Klub kommt Ihren Fähigkeiten von seiner Spielweise entgegen?

Lukas Podolski: Sie würden von fast jedem Spieler hören, dass Barcelona ein Traumverein ist. Aber mir gefällt der Fußball in Spanien und England gleichermaßen gut.


Gibt es einen Klub, der Ihnen dort besonders nah ist? Der FC ist mir nah.
Würden Siebei Barca gut reinpassen?

Lukas Podolski: Ich denke, ich würde bei einigen Vereinen gut reinpassen. England ist eher Dynamik, Spanien eher Technik. Das würde beides passen wie ich finde.


Aber der Vertrag in Köln bis 2013 wird erfüllt.

Lukas Podolski: Stand heute: ja.


Waren Sie schon zu Bergheimer Zeiten FC-Fan?

Lukas Podolski: Seit ich denken kann. Ich habe den ganzen Weg als Anhänger hinter mir: Ich war in der Südkurve, habe mit meinem Vater auch auf der Tribüne gesessen. Später war ich Balljunge und mit den D-Junioren habe ich im Stadion auch Vorspiele gemacht. Einmal war ich sogar Teil einer Team-Eskorte.


Bei wem an der Hand?

Lukas Podolski: Weiß ich nicht mehr.


Inwieweit beschäftigen Sie sich heute mit den Anliegen der Fans? Im April 2010 schwenkten Sie nach einem Spiel in Hoffenheim die Fahne der Ultra-Gruppierung »Coloniacs« mit der Aufschrift:»Pyrotechnik ist kein Verbrechen.«

Lukas Podolski: Ich hatte die Aufschrift nicht gesehen, ich dachte, es sei nur eine FC-Fahne. Zur Frage: Ultras sind auch Fans. Wenn etwas über unseren Fanbeauftragten angesprochen wird, bin ich gerne bereit dazu Stellung zu beziehen. Ich denke, ich habe ein intensives und gutes Verhältnis zu unseren Anhängern, nicht nur weil wir sie für unseren Erfolg dringend brauchen.

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