Sie scheinen ein sehr ruhiger und gelassener Mensch zu sein. Muss man als Torhüter vielleicht lauter und schriller sein, um mehr auf sich aufmerksam zu machen?
Wichtig ist, dass man die Bälle hält. Ob man ein bunter Vogel ist, oder nicht, ist dann nicht so entscheidend. Ich habe aber gemerkt, dass mir der Wechsel nach Dortmund gut getan hat, weil ich mal aus meinem gewohnten Umfeld in Paderborn heraus gekommen bin. Das war auf jeden Fall der richtige Schritt und so entwickelt man seine Persönlichkeit auch weiter. Als Torhüter musst du etwas darstellen, eine gewisse Persönlichkeit besitzen. Das ist entscheidend.
Sie haben 34 Regionalliga- und 38 Zweitligaspiele bestritten, die breite Öffentlichkeit wird trotzdem nicht genau sagen können, was Ihre Stärken und Schwächen sind. Helfen Sie uns weiter.
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zögert) Tja, Stärken und Schwächen... Es ist immer schwierig über sich selbst zu urteilen. Ich denke, dass ich nicht ein reagierender, sondern agierender Spieler bin, also – in Anführungsstrichen – modern zu spielen, das Spiel nicht zu verlangsamen. Ich versuche auch als Torwart offensiv zu spielen, so möchte ich mein Torwartspiel interpretieren.
Sehr häufig haben Sie aber das Spiel von der Bank verfolgen müssen. In Dortmund hatten Sie mit Teddy de Beer einen Trainer, der in dieser Frage ein echter Experte sein dürfte. Was hat er Ihnen diesbezüglich mit auf den Weg geben können?
Das war eigentlich nie ein Thema zwischen uns. Zumal ich ja nicht wirklich auf der Bank saß, sondern in der zweiten Mannschaft in der Regionalliga auf dem Platz stand. Natürlich habe ich versucht, auch in der ersten Mannschaft Fuß zu fassen, deshalb bin ich ja nach Dortmund gegangen. Das hat letztlich nicht geklappt, aber es war trotzdem die richtige Entscheidung zum BVB zu gehen.
Ihr langfristiges Ziel in Augsburg?
Auch wenn ich mich hinten anstellen muss: mein Ziel muss lauten Stammspieler in der zweiten Bundesliga zu werden. Ich will gerne wieder regelmäßig spielen.
Sie sind jetzt 25. Mit 29, sagt man, haben Feldspieler das beste Fußballeralter. Wo ist die Grenze bei Torhütern?
Das ist individuell so unterschiedlich, da kann man sich nicht einfach auf eine Zahl festlegen. Es gibt Spieler, die schaffen den Sprung in die Bundesliga mit 30, andere mit Anfang 20. Erfahrung sollte man nicht unterschätzen im Torwartspiel. Und auch das ist wieder unterschiedlich zu bewerten: einer hat die nötige Routine mit 35, der andere mit 30. Es gibt also keinen einheitlichen Wert.