26.06.2011

Lucien Favre über Gladbachs Rettung

»Meine Reaktion war übertrieben«

Für die aktuelle Ausgabe von 11FREUNDE begleiteten unsere Kollegen Karol Herrmann und Thorsten Schaar Borussia Mönchengladbach auf dem Weg zur Last-Minute-Rettung. Natürlich sprachen sie auch mit Erfolgstrainer Lucien Favre.

Interview: Karol Herrmann und Thorsten Schaar Bild: Imago
Lucien Favre, Borussia Mönchengladbach galt als sicherer Absteiger, als Sie verpflichtet wurden. Wann hatten Sie zum ersten Mal das Gefühl, dass die Mannschaft den Fußball spielt, den Sie vertreten?

Lucien Favre: Das war ungefähr nach drei Wochen, nach dem Spiel gegen Hoffenheim. Da war die Mannschaft schon sehr kompakt und solide. 



Wie haben Sie das Training in den ersten Wochen gestaltet?

Lucien Favre: Am Anfang haben wir sechs bis sieben Einheiten pro Woche gemacht, fast ausschließlich mit dem Ball. Wir haben zwar das erste Spiel mit mir als Trainer gegen Schalke gewonnen, dann aber gegen Wolfsburg wieder schlecht gespielt.  Ich habe in der Woche danach sehr hart trainieren lassen. Es musste vor allem sehr schnell gearbeitet werden. Dabei war es wichtig, dass sie Spieler rezeptiv waren. Verstehen Sie, was ich damit meine?  

Aufnahmefähig?

Lucien Favre: Das ist genau das richtige Wort. In der Vergangenheit wurde ich von den Medien ja auch öfter falsch verstanden. 

Sie meinen das Wort »polyvalent«, das man zu Berliner Zeiten mit Ihnen in Verbindung gebracht hat?

Lucien Favre: Ja, aber das wäre jetzt wirklich zu kompliziert, Ihnen diese Vokabel genau zu erklären.  

Ein Spieler, auf den diese Eigenschaft zutrifft, ist Harvard Nordtveit, der in der Winterpause von Arsenal London kam. Er kann sowohl im defensiven Mittelfeld als auch in der Innenverteidigung spielen. Sie stehen in Kontakt mit Arsène Wenger. Haben Sie sich bei ihm über den Spieler informiert?

Lucien Favre: Harvard Nordtveit wurde ja schon unter Michael Frontzeck geholt. Ich habe ihn in den ersten Wochen bestens im Training kennengelernt, weil wir so umfangreich trainiert haben. Dazu musste ich nicht mit Arsène Wenger sprechen. 

Sie haben sogar eine Taktiktafel mit auf den Trainingsplatz genommen. Viele Spieler hatten das vorher noch nicht erlebt

Lucien Favre: Grundsätzlich haben wir viele Spielformen mit dem Ball gemacht. Mit der Taktiktafel habe ich nur ab und zu Vorschläge gegeben, um der Mannschaft zu helfen und ihr Selbstvertrauen zu geben. Wir haben aber keine stundenlangen Taktikbesprechungen auf dem Trainingsplatz gemacht.  

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