Liam Gallagher über ManCity und Pimmel

»Meine Eier haben mächtig vibriert«

Liam Gallager ist der wohl bekannteste ManCity-Fan von allen. Gestern flog er aus dem Estadio Bernabeu – weil er offenbar zu intensiv die Niederlage seines Klubs gegen Real betrauert hatte. Auch in unserem Interview zeigte der Ex-Oasis-Jetzt-Beady-Eye-Sänger einst keine Hemmungen. Gerne erinnern wir also an das Gespräch über Penisse, italienische Trainer und Mario Balotelli.

Best of 2011: Liam Gallagher über ManCity und PimmelThomas Rabsch
Heft#119 10/2011
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Liam Gallagher, Sie sind seit jeher Anhänger von Manchester City. Der Klub galt hier stets als Underdog, nun aber als Spielzeug eines superreichen Scheichs.
Liam Gallagher: Mir ist es scheißegal, ob Leute aus dem verdammten Düsseldorf oder Frankfurt den Klub mögen oder nicht. Man braucht nun mal Geld, um gute Spieler zu holen. Klar gibt es Leute, die sagen: Geld hat die Premier League ruiniert. Denen sage ich: Kommt drauf klar, so läuft das nun mal heutzutage.

Haben Sie keine Angst, dass City irgendwann das Gleiche passieren wird wie dem Erzrivalen United unter Investor Glazer?
Liam Gallagher: Das ist doch etwas komplett anderes. Glazer kam damals aus den USA und hat seine Schulden bei United abgeladen. Die Scheichs aber haben keine Schulden. Ich habe noch nie einen Scheich mit Schulden gesehen. Ihr vielleicht?

Als eine ihrer ersten Amtshandlungen sollen die neuen Besitzer der City-Legende Bert Trautmann die Jahreskarte gestrichen haben.
Liam Gallagher: Davon weiß ich nichts. Aber wenn, dann wäre das ein verdammter Skandal. Also, ich bekomme mein Ticket noch.

In der letzten Saison hat City United aus dem FA-Cup geworfen. War das der Beginn einer Wachablösung?
Liam Gallagher: Da haben meine Eier mächtig vibriert. Trotzdem hat dieser Idiotenklub immerhin schon 19 Meisterschaften oder so gewonnen, bis dahin ist es für City ein weiter Weg. Doch wenn meine Kinder in meinem Alter sind, ist der Trophäenschrank gerammelt voll. Versprochen.

2011 hat City mit dem Gewinn des FA-Cups den Anfang gemacht.
Liam Gallagher: Das war der beste Moment, seit ich Fan von diesem Verein bin. Am Ende waren wir die Letzten in Wembley, wir wollten raus, doch alle Türen waren verriegelt. Was für ein Besäufnis! Wir mussten allerdings auch einen echten Schock verdauen.

Welchen denn?
Liam Gallagher: Nach dem Abpfiff durften wir in die City-Kabine. Da stand die ganze Bande und feierte: Tevez, Touré, Milner. Vielen waren nackt und tanzten umher. Als ich ihre Pimmel sah, dachte ich: Das ist nicht mehr meine Party.

Welcher Spieler bei City hat das Zeug zum Rock’n’Roller?

Liam Gallagher: Definitiv Mario Balotelli. Der Junge hat Charakter, nicht so wie die ganzen anderen Fußballprofis. Das sind alles Gary Nevilles, wie Immobilienmakler. Die Fußballer von heute sind viel zu professionell, so Coldplay-mäßig. Aber du brauchst auch einige verrückte Typen, die Schwung in den Laden bringen. Klar ist Balotelli durchgeknallt, doch er ist jung und wird in ein paar Jahren alle überstrahlen.

Carlos Tevez soll dem argentinischen Nationalteam von Oasis vorgeschwärmt haben. Danach wollte gar Lionel Messi eure Lieder auf der Gitarre spielen.
Liam Gallagher: Irgendwie lustig, Messi mit mir auf der Bühne, oder? Aber Tevez ist ein cooler Typ, auch wenn er kein Englisch kann. Er sagt nur: »I like.« Das reicht aber auch.

Gibt es einen deutschen Spieler, den Sie sich im City-Trikot wünschen?
Liam Gallagher: Podolski, der Typ ist der Hammer. Die ganze deutsche Mannschaft ist fantastisch. Bei der WM in Südafrika war sie einfach zu schnell und zu gnadenlos, gegen diese Konter hatte England keine Chance.



Hat Sie das 1:4 im Achtelfinale getroffen?
Liam Gallagher: Nein, ich bin nicht patriotisch. Wenn England mal etwas reißen sollte, freue ich mich, doch das wird eh nie passieren. Schon gar nicht mit diesem Italiener an der Seitenlinie.

Sie sind gegen Capello?
Liam Gallagher: Der soll abhauen. Das ist eine englische Nationalelf, da muss jemand her, der Englisch spricht. Du kannst nicht an die Linie gehen und »Scusi, scusi« sagen. Du brauchst einen, der ruft: »Ey, you fucking cunt, what are you doing there?«

Vielleicht sollten Sie übernehmen. Zumindest Wayne Rooney würde auf Sie hören, er gilt als großer Oasis-Fan.
Liam Gallagher: Selbst so Leute wie Beckham kommen zu den Konzerten. Aber seien wir ehrlich: Die meisten Spieler haben keinen Geschmack, weder was Musik noch was Kleidung betrifft. Die laufen total lächerlich rum und hören Black Eyed Peas. Mindestens 90 Prozent der Spieler sind absolute Idioten.

Wenn man Fußballer und Musiker vergleicht: Wer erlebt den größeren Kick in seinem Job?
Liam Gallagher: Kann man nicht vergleichen. In einem Spiel geht es darum zu gewinnen, bei einem Konzert darum, eine gute Zeit zu haben. Was aber beide gemeinsam haben, ist die Treue der Fans. Und da ist noch was...

Wir sind gespannt.
Liam Gallagher: Die Band beziehungsweise das Team ist das Wichtigste. Wenn einer dabei ist, dem das Ganze nicht passt, dann: Tschüss, hau ab! Das ist wie bei Oasis, als Noel gegangen ist. Niemand ist unersetzlich, und niemand ist größer als die Band oder der Verein.

Um im Bild zu bleiben: Auf welcher Position spielte denn Noel?
Liam Gallagher: Er war immer nur ein Verteidiger.

Und Sie?
Liam Gallagher: Ich bin ein Außenstürmer, der nach innen zieht, pfeilschnell mit dem Tor im Blick. Wie Arjen Robben. Doch ich schieße den Ball nicht noch mal, ich laufe einfach mit ihm ins Netz.

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