Lars Unger über Hallenfußball mit Rehhagel

»Immer wieder Goethe«

Wenn Lars Unger am 2. Januar beim Hallenturnier in Berlin aufläuft, werden Erinnerungen wach. Unter Otto Rehhagel durfte sich der Ex-Bremer lange Jahre nur auf Kunstrasen beweisen. Unger über Goethe und Borowka. Lars Unger über Hallenfußball mit Rehhagel

Lars Unger, Sie werden am 2. Januar beim Hallen-Traditionsturnier »Legenden des deutschen Fußball« für Werder Bremen an den Start gehen. Unser letzter Kenntnisstand ist, dass Uli Borowka seine Auftritt abgesagt hat. Wie schade...

Da kann ich Sie beruhigen, er ist dabei. Letzte Woche habe ich mit ihm telefoniert und er hat mir gesagt, dass er zur Verfügung steht. Also haben wir ihn nachnominiert.

Fantastisch!

Allerdings, ich denke der Uli wird sicherlich ein Gewinn für das Turnier.

Sie waren Mitte der neunziger Jahre bei Werder Bremen aktiv und haben die seligen Hallenfußball-Zeiten noch mitgemacht. Welche Erinnerungen haben Sie an die damaligen Hallenmasters?

Sehr gute. Wir hatten ja damals unter Otto (Rehhagel, d. Red.) eine großartige Truppe, die sowohl draußen als auch drinnen immer oben mit dabei war. Das waren Spektakel, wenn Uli Borowka von der Mittellinie aufs Tor gezimmert hat, Mario Basler als Torwart fungierte, oder Wynton Rufer die Trickkiste geöffnet hat. Und die Stimmung in München oder Dortmund war immer überragend.

Sie haben Mario Basler erwähnt, der für Begeisterung sorgte, als er als Torhüter quer über den Platz rannte und seine Buden geschossen hat. Hat er das damals eigentlich schon in der Kabine angekündigt?

Nein, Mario war schon immer ein Bauchmensch, ein ganz spezieller Typ. Ob als Mitspieler, Gegenspieler oder Trainer, der ist einfach eine Show für sich.

Und Sie? Waren Sie ein Hallenspieler?

Die Hallenturniere waren mein persönlicher sportlicher Start bei Werder. Draußen hatte ich als junger Spieler unter Otto ja eigentlich nie die Möglichkeit mich zu beweisen. So lange du nicht mindestens 25 warst, hast du bei Otto keine Chance gehabt. Es war unglaublich schwer, als junger Spieler von ihm so respektiert zu werden, wie du es dir erhofft hattest.

In der Halle war das anders?

Hallenfußball war für Otto eine Gaudi, das hat er nicht so ernst genommen. Ich habe mich von Anfang an bewährt, also wurde ich häufiger eingesetzt.

Rehhagel ist für seine legendären Kabinenansprachen bekannt. War das in der Halle auch so?

Das ein oder andere Goethe-Zitat hat er immer gebracht. Otto war ja schon immer anders: Trainingslager oder Laktatteste kannten wir nicht.

Am 2. Januar sind neben Werder noch die Traditionsmannschaften von Union Berlin, Hertha BSC, 1. FC Köln, Bayer Leverkusen und Borussia Mönchengladbach am Start. Auf wen freuen Sie sich besonders?

Vor allem auf die alten Weggefährten, Arie van Lent zum Beispiel. Aber natürlich bin ich heiß darauf »Icke« Häßler in der Halle zu erleben, das ist immer ein Genuss.

Christian Beeck hat gesagt, beim Hallenfußball ginge es vor allem darum ordentlich zu feiern...

(lacht)
Das war ja klar, dass der »Beecke« das sagt! Den kenne ich noch aus Düsseldorfer Zeiten, da war er in Sachen Party immer ganz vorne dabei...

Das gilt doch hoffentlich auch für die Werder-Riege, oder geht es für sie um elf Uhr ins Bett?

Gott bewahre! Wir bleiben über nacht in Berlin und werden ganz sicher nicht die Spielverderber sein.

Lars Unger ist Teil des Traditionsturniers »Legenden des deutschen Fußballs« in der Max-Schmeling-Halle. Beim prominent besetzten Budenzauber des »Flexstrom-Cups« sind am 2. Januar 2010 die Altstars von Bayer Leverkusen, Werder Bremen, Hertha BSC, Union Berlin, Borussia Mönchengladbach und 1. FC Köln am Start. Alle Infos findet Ihr hier.

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