KSC-Profi Porcello über das Derby

»Dann ist Feuer in der Stadt«

Wenn der VfB Stuttgart zum KSC reisen muss, erwartet ihn eine ganze Stadt in Ekstase. Die Partie ist mit Rivalität aufgeladen wie kaum ein anderes Spiel. Wir sprachen mit Massimilian Porcello über den Spaß am Derby. KSC-Profi Porcello über das Derby Imago

Massimilian Porcello, am Sonntag empfängt der KSC den VfB Stuttgart. Da wird der Wildpark brennen, oder?

Auf jeden Fall! Da geht es richtig ab. Derby und für uns geht es schon fast um alles. Aus unserer Mannschaft muss keiner mehr dafür motiviert werden, jeder will Stuttgart schlagen. Die, die aus Karlsruhe kommen sowieso. Und die drei Punkte gegen den Abstieg holen. Trotzdem: Respekt vor dem VfB und der Arbeit von Markus Babbel. Der macht dort einen guten Job.

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Im aktuellen KSC-Kader stehen sogar einige gebürtige Karlsruher. Stacheln die die anderen Kollegen zusätzlich an?

Diese Jungs sind heiß, keine Frage. Aber egal aus welcher Stadt du kommst: wenn du im Karlsruhe-Trikot gegen Stuttgart aufläufst ist das einfach etwas ganz Besonderes. Auf solche Spiele, da freust du dich als Fußballer! Da hast du richtig Bock, da willst du richtig abgehen.

Sie werden nicht mit auf dem Platz stehen können, was setzt Sie überhaupt außer Gefecht?

Die Diagnose vom Arzt besagt, dass ich Knie-Ödem habe. Durch einen Schlag muss sich Flüssigkeit am Knieknochen gebildet haben. Vergleichbar mit einer Prellung nur wesentlich hartnäckiger. Immer wenn ich auftrete verspüre ich einen schmerzenden Druck am Knie. Ziemlich unangenehm. Man kann damit trainieren, sollte man aber nicht. Maik Franz hatte ein Ödem an der Ferse, hat damit trainiert und sogar gespielt. Dadurch hat sich das Ganze bei ihm verschlimmert.

Sie müssen die Beine hochlegen?

Richtig. Mich hat man komplett raus genommen und in die Reha geschickt. Ich kann alles machen – nur nicht das Knie belasten.

Wann können Sie wieder ins Mannschaftstraining einsteigen?

Das ist so eine Sache. Der Doc ist mit Prognosen ziemlich vorsichtig und das bin ich mit Äußerungen zu diesem Thema auch. Es gibt in der modernen Medizin momentan keine Geräte, wie optimal an das Ödem kommen, es muss natürlich ausheilen. Ob sich was verbessert hat, erkennt man erst bei der Kernspin-Tomographie. Maik Franz war davon zwei Monate lang betroffen, doch das nehme ich für mich nicht als Maßstab. Ich will spielen, vor allem jetzt, wo mich die Mannschaft braucht. Da sage ich doch nicht: ich komme erst in zwei Monaten wieder!

Als Fußballer scheint man zwangsläufig auch auf dem Gebiet der Medizin immer etwas dazu zu lernen...

Ich habe vor ein paar Tagen mit Ede Becker gesprochen, der hat auch nur den Kopf geschüttelt und gesagt: ›Ich höre nur noch Ödem, das scheint langsam modern zu werden.‹ Für mich ist diese Verletzung extrem ärgerlich.


Auch wenn Sie nicht mit von der Partie sind: Wie sehr ist das Derby eigentlich im Vorfeld Thema?

Die ganze Stadt spricht darüber, du wirst einfach mitgezogen. Ob du willst, oder nicht. Wenn der KSC auf Stuttgart trifft, entflammt das vorher immer ein Feuer in der Stadt, da geht es fast schon um mehr als die drei Punkte. Als Spieler hast du Bock, die richtig weg zu hauen.

Prognosen sind immer schwierig, trotzdem: wie wird es laufen am Sonntag?

Also, gegen die Top-Mannschaften haben wir unsere besten Spiele gemacht. Bremen geschlagen, das irre 3:3 gegen Leverkusen, gegen den HSV gewonnen – und Stuttgart hat auch eine ziemlich gute Mannschaft. Ich denke, dass wir gewinnen. Das wird genau das richtige Spiel nach der Pleite gegen Eintracht Frankfurt. Ein Spiel, dass uns pushen wird auf dem Weg zum Klassenerhalt.

Haben Sie einen Tipp?


Weil ich weiß, wie gut unsere Mannschaft trotz der Tabellenplatzierung wirklich ist: 1:0 für den KSC. Das würde mir schon reichen!

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