06.12.2007

Köbi Kuhn im Interview

„Ich werde lieber gestreichelt“

Die Schweiz gilt als Geheimfavorit für die EM im eigenen Land und Österreich. Weniger geheim ist, dass die Truppe sehr wechselhaft spielt. Wir sprachen mit Trainer Köbi Kuhn über die Gefahr einer nationalen Enttäuschung.

Interview: Roland Wiedemann Bild: Imago
Herr Kuhn, nach der 0:1-Niederlage gegen Nigeria wirkten Sie sehr nachdenklich. Der Schweizer Fußball hat tatsächlich schon bessere Tage gesehen. Sind Sie sieben Monate vor dem EM-Start in großer Sorge?

Nein, ich bin guter Dinge. Es ist nur so, dass die Leistungen in diesem Jahr sehr wechselhaft waren. Die Mannschaft hat ein schönes und dann wieder ein weniger schönes Gesicht gezeigt. Ich gehe davon aus, dass jenes gegen die richtig guten Gegner, also das schöne, ihr wahres ist.



Gegen Deutschland, einen EM-Favoriten, gab es allerdings eine 1:3-Schlappe…

Das ist richtig. Doch wir haben Holland 2:1 geschlagen und gegen Argentinien 1:1 gespielt. Ich will ja nicht jammern, aber wir hatten auch viele Ausfälle zu beklagen. Ich könnte Ihnen eine ganze Mannschaft aus den Verletzten zusammenstellen.

Wie erklären Sie sich die fehlende Konstanz?


Das hat sicher auch damit zu tun, dass es nur Test- und keine EM-Qualifikationsspiele waren. Da kann man jedem einzelnen Spieler noch so oft sagen, dass es für ihn persönlich ein Qualifikationsspiel ist, nämlich um den Platz im Team. Ich weiß, wie Spieler denken und was ihnen die Klubtrainer mit auf den Weg geben, wenn sie zur Nationalmannschaft fahren. Pass auf, dass du dich nicht verletzt, heißt es.

Nach dem Nigeria-Spiel bemängelten Sie die unzureichende Fitness Ihrer Mannschaft.


Da habe ich mich zu allgemein ausgedrückt. Die allermeisten Spieler in meinem Kader sind in konditioneller Hinsicht auf der Höhe, einzelne jedoch nicht, und gegen ein starkes Team wie Nigeria fällt das eben ins Gewicht. Aber wir haben uns in diesem Punkt verbessert.

Sind Sie mit dem Zustand der Bundesliga-Legionäre in Ihren Reihen zufrieden?

Da gibt es keinen Grund zur Klage.

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