07.11.2007

Klaus Senger im Interview

„... wenn ich ganz hart arbeite“

Einen wie Klaus Senger mochte das Schalker Publikum schon immer, einen echten Malocher. Wer sich an ihn erinnert, dem gerät wieder in den Sinn, dass Schalke von ganz unten kommt. Champions League? Vor 40 Jahren war Abstiegskampf.

Interview: Ulrich Homann Bild: Imago
Klaus Senger, einmal Schalker, immer Schalker. Das gilt wohl auch für dich.

Ich bin ja aus der A-Jugend von Schalke gekommen. Eigentlich sollte ich direkt in den Profi-Kader wechseln. Aber Berni Klodt kam damals zu mir und sagte: „Das schaffst du nicht sofort.“ Dann habe ich noch ein Jahr bei den Amateuren in der damals höchsten Klasse unterhalb der Profis gespielt. Und bin dann 1965/66 zu Fritz Langner in die Lizenzmannschaft gekommen.

Fritz Langner, der General, war ein richtig harter Hund.

Das war so schlimm, ich wollte da schon nicht mehr hingehen. Er ist zu uns nach Hause gekommen. Was mir einfallen würde. Ich könnte es doch schaffen, wenn ich ganz hart arbeite. Mein Vater hat mich dann überredet, weiter zu machen.




Auch vor 40 Jahren verfügte Schalke über "junge Wilde". Jürgen Wittkamp, Hermann Erlhoff, Klaus Senger, Herbert Höbusch und Norbert Nigbur nahmen ihren Trainer Günther Brocker in die Mitte.


Mit Erfolg. Der Durchbruch kam relativ schnell. Und dann warst du eigentlich immer Stammspieler.


Ausgerechnet bei einer 1:4-Niederlage gegen RW Essen an der Hafenstraße kam ich zum Einsatz, weil die Stammverteidiger Becher und Rausch ausfielen. Aber ich habe wohl eine gute Partie abgeliefert. Der damalige Vizepräsident Günther Siebert hat mich und meine damalige Freundin auf der Autobahnauffahrt noch abgefangen, um mir zu sagen, was ich für ein Bombenspiel gemacht hätte. Das war so etwas wie der Beginn meiner Profikarriere.

Deren Höhepunkt wohl, zumindest in der Schalker Zeit, das Pokalfinale 1969 war. Mit dem Paradiesvogel Rudi Gutendorf als Trainer.

Nach dem Klassenerhalt am grünen Tisch 1965 kannte Schalke ja nur noch Abstiegskampf. Günther Siebert und Günther Brocker wollten alles besser machen. Sie holten Heinz van Haaren aus Duisburg, Stan Libuda kam aus Dortmund zurück. Dazu der Österreicher Franz Hasil. Aber zunächst ging gar nichts. Auch mit den Neuen waren wir wieder unten in der Tabelle. Dann kam Gutendorf, er hatte eine besondere Art, holte alles aus uns heraus. Wir wurden bestes Team der Rückrunde 68/69 und kamen ins Pokalfinale.

Das habt ihr zwar verloren, weil die Bayern das Double gewannen, konntet aber im Europapokal spielen. Für Schalke damals eine tolle Geschichte.

Wir haben unglücklich in Frankfurt verloren, Gerd Müller machte mal wieder zwei unnachahmliche Tore. Im Europapokal der Pokalsieger haben wir den deutschen Fußball gut vertreten. Kamen bis ins Halbfinale, verloren dort gegen Manchester City. Vorher hatten wir Shamrock Rovers, IFK Norrköping und Dynamo Zagreb ausgeschaltet. Ich war bis zum Rückspiel in Zagreb immer dabei. Dort verletzte ich mich schwer.

Warum hat es danach in Schalke nicht mehr gepasst?

Nach der schweren Verletzung kam ich lange nicht auf die Beine. Gutendorf wollte, dass ich spiele, trainieren brauchte ich nicht. Aber das tat meinen Bändern nicht gut. Als es wieder ging, war Gutendorf weg, mit dem neuen Trainer Cendic kam ich nicht klar. In der Kaderplanung für die neue Saison ging es um Klaus Beverungen und mich. Da bekam ich das prima Angebot der seriös geführten Fortuna aus Düsseldorf. Da dachte ich, ich probier es doch mal woanders. Und ich habe am Rhein zwei tolle Jahre gehabt mit Spielern wie Geye, Herzog, Budde, Lungwitz. Wir wurden Dritter in der Bundesliga.

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