Katsche Schwarzenbeck im Interview

»Ribéry kennt mich nicht«

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Herr Schwarzenbeck, wie haben Sie reagiert, als man Sie bat, vor knapp 70.000 Zuschauern Oliver Kahn die Meisterschale zu überreichen?

Ich war selber von mir überrascht. An und für sich bin ich ein zurückhaltender Mensch. Aber als mich der FC Bayern-Pressesprecher Markus Hörwick anrief und fragte, ob ich das machen möchte, habe ich nicht lange nachgedacht und zugesagt. Es kommt ja nicht jeden Tag vor, dass man die Meisterschale übergeben darf.

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Haben Sie sich schon überlegt, was Sie Oliver Kahn sagen werden?

Nein, das mache ich spontan. Aber es wird sicherlich kein langer Monolog werden. Ich denke, eine kurze Gratulation wird dem Oliver Kahn auch am liebsten sein. Und mir sowieso. Ich bin kein großer Redner.

Hat man Ihnen gesagt, wie Sie zu der großen Ehre kommen?

Nein, aber jetzt wo Sie das sagen…

…Sie sind ein verdienter Spieler des FC Bayern München und hatten maßgeblich Anteil an den Erfolgen in den 70er Jahren.


Das mag sicherlich ein Grund dafür sein, dass man auch mich zugekommen ist. Es zeigt auch, dass man beim FC Bayern die Spieler von früher nicht vergisst.

Haben Sie noch Kontakt zu Ihrem früheren Klub?


Ich betreibe ja hier in München eine Schreibwarenladen und beliefere die FC Bayern-Geschäftsstelle mit Bürobedarf – seit 28 Jahren schon. Zweimal in der Woche bin an der Säbener Straße. Da treffe ich den Gerd Müller, den Kurt Niedermayer oder den Wolfgang Dremmler. Den Uli Hoeneß eher selten, weil er so viel unterwegs ist.

Haben Sie es schon einmal bereut, nach dem Karriereende nicht wie Ihre Teamkollegen im Fußball eine neue Aufgabe gesucht zu haben?


Nein. Vom ersten Tag weg bis heute habe ich keine Träne nachgeweint. Ich habe es sehr genossen mit Beckenbauer, Müller und Maier in einer Mannschaft spielen zu dürfen. Aber als ich als Spieler aufhörte, war das Verlangen nicht da, weiterhin im Fußball-Geschäft zu arbeiten. Das Leben als Trainer oder Manager wäre mir viel zu stressig gewesen.

Glauben Sie, dass ein Franck Ribéry oder ein Luca Toni mit dem Namen Schwarzenbeck etwas anfangen können?


Vermutlich nicht. Ribéry ist 25 Jahre alt, woher soll der mich kennen? Viele Leute, die in meinen Laden kommen, wissen nicht, dass ich früher mit Beckenbauer oder Müller beim FC Bayern gespielt habe. Das macht mir aber nichts aus. Ich wollte ja nie im Rampenlicht stehen.

Es gibt bestimmt auch viele Kunden, die den »Katsche« sehr wohl kennen. Wird oft über Fußball gesprochen?


Sehr oft. Fußball ist das wichtigste Gesprächsthema hier im Laden. Und das ist mir auch Recht so.

Und was sagen Sie zur Meistermannschaft 2008?


Es ist sensationell, wie die neuen Leute gleich in der erste Saison eingeschlagen haben. Ich bin gespannt, wie der Jürgen Klinsmann die Sache in München angeht.

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