Katharina Strohmeyer über das Schalker Viagogo-Ende

»Eine Woche zu spät gestoppt«

Nach der Schalker Jahreshauptversammlung sprachen wir mit ViaNoGo-Aktivistin Katharina Strohmeyer. Nur wenige Tage später hat der Klub seinen Deal mit dem Tickethändler gekündigt. Eine gute, aber vielleicht zu späte Entscheidung, meint Strohmeyer.

Katharina Strohmeyer, wo erreichen wir Sie gerade?
Ich befinde mich auf dem Weg zum Vereinsgelände des FC Schalke 04.

Schalke hat heute den Vertrag mit dem Tickethändler Viagogo gekündigt, da sich dieser an Vertragsvereinbarungen nicht gehalten haben soll. Wie haben Sie davon erfahren?
Ich war zu diesem Zeitpunkt arbeiten, als ein Kollege mich darauf hinwies. Ich konnte es im ersten Moment überhaupt nicht glauben; diese Neuigkeit kam für mich völlig überraschend. Kurz darauf habe ich schon einige Well-done-Nachrichten erhalten, selbst »Der S04 ist wieder da«-Gesänge sind auf meinem Handy gelandet (lacht).

Die Stimmung im Vianogo-Aktivistenkreis scheint gelöst zu sein?
»Unser Ziel: Stoppt den Deal« lautete unser Slogan zu Beginn der Aktivitäten. Das wurde mit der heutigen Erklärung erreicht. Aber so richtig habe ich das noch gar nicht realisiert...

Nach der Jahreshauptversammlung sagten Sie uns, dass der Vorstand nichts gelernt habe. Scheinbar schon.
Zum Glück! Die Veränderung hat sich in den letzten Tagen angedeutet. Zahlreiche aufmerksame Fans haben durch Fotos und Screenshots bewiesen, dass sich Viagogo an den Vertragsmodalitäten, zum Beispiel nicht teurer als 100 Prozent des ursprünglichen Ticketpreises zu sein, in keiner Weise gehalten hat. Die Konsequenzen, die der Verein aus dem Verhalten gezogen hat, sind für mich zwar zeitlich überraschend, aber absolut logisch.

Was hat der Verein in den letzten Tagen getan?
Generell kocht das Thema über den bevorstehenden Deal bereits seit Monaten auf Schalke. Als die Beweise der Fans nun auf dem Tisch lagen, mahnte Schalke 04 seinen Vertragspartner mehrfach ab . Nur gut eine Woche nach dem Inkrafttreten der Kooperation musste bereits die Notbremse gezogen werden.

Eine Woche, die dem Verein noch sehr schaden könnten.
Absolut, denn was die einmalige Kooperation mit Viagogo bewirken kann, wird beim Hamburger SV deutlich. Dort findet der Klub mittlerweile kein Mittel mehr gegen den allgemeinen Ticket-Schwarzmarkt, da der HSV dies durch den Viagogo-Deal eigenständig legalisiert hat. Das wurde bereits von einem Gericht bestätigt. Ich ärgere mich, dass wir diesen Deal nicht bereits vor zehn Tagen gestoppt haben und befürchte, dass uns Viagogo in der Zukunft trotzdem noch teuer zu stehen kommen könnte.

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