Kalle Riedle über Bremen-Augsburg

»Das Ding läuft«

Drei Jahre Augsburg, drei Jahre Bremen, ein Jahr Berlin: Karl-Heinz Riedle hat die Pokal-Kompetenz. Vor dem Halbfinal-Duell seiner Ex-Klubs spricht der Weltmeister über Michael Thurk, Claudio Pizarro und Helmut Haller. Kalle Riedle über Bremen-AugsburgImago

Karl-Heinz Riedle, heute treffen Ihre ehemaligen Mannschaften Augsburg und Bremen aufeinander. Welche Gefühle steigen da hoch?

Es ist etwas Besonderes, wenn zwei Ex-Klubs, bei denen man eine schöne Zeit hatte, gegeneinander spielen. Da sind natürlich gewisse Emotionen dabei, aber ich bin auch schon eine Weile weg aus beiden Vereinen. Ganz frisch sind die Gefühle also nicht mehr.

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Welches Verhältnis haben Sie noch zu beiden Vereinen?

Mit FCA-Manager Andreas Rettig stehe ich in einem guten, regen Austausch. Die Augsburger Mannschaft war auch schon zweimal in meinem Hotel im Allgäu im Trainingslager. Und nach Bremen gibt es noch die alten Kontakte zu Thomas Schaaf.

Sie kamen 1983 mit 17 nach Augsburg und blieben drei Jahre. War da schon Potenzial für mehr vorhanden?

Augsburg war immer für seine super Jugendarbeit bekannt und daher eine gute Adresse, um als Jugendspieler dorthin zu gehen. Die erste Mannschaft in der Bayernliga - die war ok. Aus Helmut Hallers Zeiten herrührend war der FCA ein Riesen-Tradionsverein, ist in den Jahren danach aber ziemlich gebeutelt worden. Es herrschte ständig Unruhe, Geld war keines da, es gab keine Sponsoren.

Es gibt kaum Statistiken aus der Zeit - haben Sie damals schon viele Tore gemacht
?

Um die 20 pro Saison werden es schon gewesen sein.

Warum spielt der Verein jetzt um den Aufstieg in die Bundesliga mit?

Das Ding läuft, seit Präsident Walther Seinsch 2001 bei Null übernahm. Jetzt bestimmt einer und gibt die Richtung vor. Da muss man wirklich den Hut davor ziehen, was er zusammen mit Trainer Jos Luhukay und Rettig aus dem Verein gemacht hat. Und durch das neue Stadion und die Zuschauereinnahmen konnten sie den ein oder anderen Spieler holen, den sie vorher nicht bekommen hätten. Die Einkaufspoltik ist sehr gut.

Wie beurteilen Sie als ehemaliger Weltklassestürmer Augsburgs Michael Thurk?

Ein überragende Saison! Wie er die Dinger reinhaut - da macht das Zuschauen Spaß. Er hat ja schon ein paar Jährchen Bundesliga gespielt, die Erfahrung zeigt sich jetzt. Für die zweite Liga hat er überragende Qualitäten, die erste Liga ist aber noch einmal eine andere Hausnummer.

Und Bremens Claudio Pizarro?


Zu ihm muss man nicht viel sagen. Er ist einer der Top-Stürmer der Bundesliga. Pizarro ist einfach immer für ein Tor gut und super-gefährlich.

Werden Sie sich das Spiel anschauen?

Ich bin gerade auf dem Weg von der Schweiz ins Allgäu und werde es im Fernsehen schauen.

Wie lautet Ihr Tipp?

Beide Teams sind für ihre Offensive bekannt, daher hoffe ich, dass viele Tore fallen. Aber am Ende wird Bremen die Nase mit einem Tor vorne haben, weil sie sich nicht überraschen lassen. Es geht ja nicht mehr um die erste oder zweite Runde, sondern um das Finale.

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